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Computerspiel „State of Mind“ : Was ist Realität und, wenn ja, wie viele?

  • -Aktualisiert am

Gedächtnis verloren, Frau und Sohn vermisst, durch die Stadt irrend: Der Reporter Richard Nolan beginnt bei seiner Recherche zum Zustand der Welt ganz unten. Bild: Daedalic

Im Videospiel „State of Mind“ irrt ein Reporter durch Berlin. Er verfolgt Leute, die die perfekte Welt planen. Designer Martin Ganteföhr sagt, was das soll.

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          Herr Ganteföhr, in Ihrem neuen Spiel „State of Mind“ urteilt der Protagonist über die Welt: „Wenn es nicht real ist, ist es gar nichts.“ Was macht für Sie Realität aus?

          Ich glaube, das, was wir mal als so eine Art Faktenrealität gesehen haben, befindet sich ganz offensichtlich in Auflösung. An allen Ecken und Enden. Das hat dazu geführt, dass zum Beispiel Donald Trump, als prominentester Twitter-Troll, eigene Realitäten konstruieren kann. Die sozialen Medien eignen sich dafür besonders gut, weil hier Dinge nebeneinanderstehen können, obwohl sie eigentlich widersprüchlich sind. Ich habe kürzlich gelesen, Wikipedia sei die letzte Bastion der „shared reality“, einer geteilten Realität, in der sich Leute gemeinsam darüber verständigen, was eigentlich auf der Welt existiert und wie das von einem neutralen Standpunkt zu betrachten ist. Das kommt meinem Realitätsbegriff sehr nahe: Dinge, von denen wir sagen können, dass sie existieren, weil Menschen sich gemeinsam darauf geeinigt haben.

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