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Gespräch mit Sonia Mikich : „Klickzahlen, Prominenz oder Geld? Das ist Bullshit“

„Im Journalismus geht es darum, die Demokratie zu schützen“, sagt Sonia Mikich. Bild: WDR/Annika Fußwinkel

Sie war Korrespondentin und Kriegsberichterstatterin, Zuschauer kennen sie von „Monitor“, als Chefredakteurin hatte sie es mit „MeToo“ zu tun. Ein Gespräch mit Sonia Seymour Mikich, der Chefredakteurin des WDR.

          9 Min.

          Warum haben Sie den Brexit nicht verhindert?

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          (lacht)

          Das muss für Sie als geborene Oxforderin und weltläufige Journalistin doch furchtbar sein.

          Das ist furchtbar, weil es so schrecklich irrational angefangen hat und jetzt durch Ratio nicht mehr einzufangen ist. Man muss sich vorstellen: Da gibt es einen Club von Europa-Hassern. Sie sind rhetorisch begabt, miteinander vernetzt – Boris Johnson an der Spitze – und gehen hin und gaukeln der britischen Öffentlichkeit vor, dass Brüssel ein Monster darstellt, das ihr Geld frisst. Und alles werde gut, werde wieder imperial und erinnere an die guten alten Zeiten, wenn man sich abkoppelt. Die Unverfrorenheit, mit der diese Bande das Land in Geiselhaft genommen hat – und dann auch noch bei einer schwachen Premierministerin –, das ist schon schlimm.

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