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Gespräch mit Nicolas Paalzow : Auf die richtigen Programme kommt es an

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„Darauf kommt es an: Eine exzellente Idee, eine herausragende Figur und gute Bücher“. Nikolaus Paalzow ist seit Oktober 2012 Geschäftsführer von Sat.1. Zuvor führte er die Produktionsfirma MME Entertainment. Von 200 bis 2004 war er Chef von Pro 7, davor von Kabel 1. Bild: Sat.1

Für Sat.1 lief es zuletzt nicht gut: Neue Serien floppten in Reihe, weniger als zehn Prozent Marktanteil bei den Zuschauern. 2013 will der neue Senderchef den „Turnaround“ sehen. Eine Großfamilie soll dabei helfen.

          5 Min.

          Sie waren Geschäftsführer von Kabel 1, dann Pro Sieben, bis 2004. Jetzt sind Sie als Chef von Sat.1 in der Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 zurück. Was hat sich verändert?

          Der Markt ist vielfältiger, es gibt mehr Anbieter, mehr Spartenprogramme. Dazu trägt natürlich auch ganz bewusst die Pro- Sieben-Sat.1-Gruppe bei. Wir haben gerade Sat.1 Gold gestartet, und unser Frauensender Sixx läuft seit über zwei Jahren sehr erfolgreich. Natürlich trägt auch die Digitalisierung zu einem intensiveren Wettbewerb bei. Zudem haben sich die Sender der zweiten Generation - Kabel 1, Vox - seit damals gut entwickelt. Auch das spüren die großen Sender.

          Was hat sich bei Pro Sieben Sat.1 verändert? Der Konzern hat heute eine senderübergreifende Struktur. Was macht ein Geschäftsführer von Sat.1 eigentlich?

          Der Geschäftsführer verantwortet das gesamte Marken-Portfolio seines Senders - egal, ob Free TV, Pay TV oder online. Er ist heute genau wie früher Programmdirektor, das heißt, er entscheidet, mit welchen Programmen er wann und wie in den Wettbewerb geht. Das hat sich nicht verändert. Bei Pro Sieben Sat.1 wurden manche Abteilungen sinnvoll zentralisiert, aber jeder Geschäftsführer hat sein Kernteam, um gemeinsam die richtigen Programme zu identifizieren.

          Früher gab es richtige Rivalitäten zwischen den Senderchefs. Ist das vorbei?

          Wir sind eine Senderfamilie. Aber natürlich hat jeder Geschäftsführer auch das Wohl seines Senders im Fokus. Und damals wie heute gibt es verschiedene Interessen, etwa wenn es darum geht, wer welche Spielfilme aus Hollywood einsetzt, Pro Sieben oder Sat.1. Da geht es dann um einen Interessenausgleich. Aber es gibt zum Glück wenig Reibungspunkte. Für mich geht es im internen Miteinander darum, die Präsenz von Sat.1 in den Vordergrund zu bringen.

          Wofür steht Sat.1 heute denn? In den letzten Jahren kamen und gingen acht Geschäftsführer, beinahe jedes Jahr änderte sich der Programmslogan.

          Ich will Sat.1 generell wieder etwas jünger und vor allem noch weiblicher positionieren, dabei aber auch gut funktionierende, bewährte Programmsäulen stärken. Denn trotz der vielen Wechsel hat Sat.1 Grundkonstanten, allen voran die deutschen Fernsehfilme am Dienstagabend. Wir sind der einzige Privatsender, der in größerem Stil in deutsche Fiktion investiert. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Wir haben mit „Der letzte Bulle“ und „Danni Lowinski“ die deutsche Serie wiederbelebt, die darauffolgenden Serien haben zugegebenermaßen nicht so gut funktioniert. Aber wir werden dort weiter investieren. Mit diesem Schwerpunkt setzen wir uns klar von der Konkurrenz ab. Dann gibt es allerdings andere Programmfarben, für die Sat.1 einmal stand: hochwertige Talks, Comedy, Fußball ...

          Und die Telenovela, die Sat.1 im deutschen Fernsehen eingeführt hat. Langlaufende Vorabendserien überhaupt, die es erfolgreich nur bei anderen gibt ...

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