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Gespräch mit dem Verleger Hubert Burda : Wie ARD und ZDF den Wettbewerb verzerren

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„Es ist wichtig, überhaupt zu versuchen, Grenzen zu formulieren” - Hubert Burda Bild: facesbyfrank

Welche Richtlinien sollen für öffentlich-rechtliche Angebote im Internet gelten? Der Verleger Hubert Burda über Presseimitate, Online-Archive und die Idee, Gebühren nicht mehr Sendern, sondern Sendungen zugute kommen zu lassen.

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          Hubert Burda führt nicht nur seinen Medienkonzern, sondern auch den Verband Deutscher Zeitschriftenverleger. Er formuliert Forderungen an das Angebot von ARD und ZDF im Internet.

          Im Augenblick verhandeln die Bundesländer darüber, wie sich ARD und ZDF im Internet aufstellen dürfen. Kritik an den Sendern üben die Verlage. Warum eigentlich?

          Jahrzehntelang hat es zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern und den Verlagen keinerlei Konfrontation gegeben. Im Gegenteil: Es gibt gemeinsame soziale und gesellschaftliche Engagements, denken Sie an „Ein Herz für Kinder“, die „Goldene Kamera“, „Bambi“. Auch die Beziehungen zwischen Verlegern und der jetzigen Generation der Intendanten, unter denen sie hochkarätige Fachleute finden, sind frei von Konflikten. Was die jetzige Debatte ausgelöst hat, ist die Technologie. Durch das Internet ist für Verlage wie für Fernsehsender eine Schnittfläche entstanden, auf der sie sich als Konkurrenten begegnen.

          Wieso fühlen sich die Verlage bei dieser Schnittmenge betroffen? Man könnte doch sagen, die Verlage tun, was sie für gut und richtig halten, und die öffentlich-rechtlichen Sender ebenso.

          Bislang hatten wir - im Rundfunk - ein duales System, das dadurch geprägt ist, dass die einen ihre Mittel selbst erwirtschaften müssen und die anderen Gebühren bekommen, um am Gemeinwohl orientierte Inhalte zu bestreiten. Mit über sieben Milliarden Euro pro Jahr wird die öffentlich-rechtliche Seite alimentiert, hinzu kommen die Werbeerlöse. Im Internet treffen ARD und ZDF auf die vielfältigen Angebote der Verlage, die in immer stärkerem Maße online das Geschäft gestalten müssen, das sie auf Papier betreiben. Unser Verlag investiert seit 1994 in die neuen Medien. Die Verleger haben Portale aufgebaut, weil wir sehen, dass Zeitschriften und Zeitungen im Verkauf und bei der Werbung schwerlich wachsen. ARD und ZDF sind relativ spät auf das Internet gekommen. Und es will ihnen niemand das Recht bestreiten, dort präsent zu sein. Nur nicht mit einem gebührenfinanzierten und damit wettbewerbsverzerrenden Angebot, das dem der Verlage entspricht. Mit dieser Meinung stehen wir als Verleger ja nicht alleine da.

          Auch der BDI hat sich dementsprechend geäußert. ARD und ZDF können online ein sendungsbezogenes Programm auffahren, aber keine Textportale. Das aber haben wir: die „Tagesschau“ als Sendung und als Textversion, die über hundert Seiten umfasst. Das ist elektronische Presse, die Zeitschriften und Zeitungen verdrängt. Das ist nicht mehr Fernsehen, auch nicht Fernsehen oder Rundfunk im Internet, sondern die umgekehrte Herangehensweise: textbasierte Angebote, die nicht nur Nachrichten umfassen, sondern unendliche Datenbänke und jede erdenkliche Art von Service, wie er wiederum das Wesen der Presse ausmacht. Die Printmedien waren die traditionellen Speichermedien, auch mit ihren Archiven, und müssen das vermarkten. Im Internet treten nun die öffentlich-rechtlichen Sender mit ihrem milliardengestützten Angebot auf und verzerren den Wettbewerb. Deshalb ist eine unserer zentralen Forderungen, dass die Angebote von ARD und ZDF nur für eine begrenzte Zeit - sieben Tage - verfügbar sind.

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