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Gerüchte über Bettina Wulff : In Strumpfhosen

Bekämpft oder verstärkt Bettina Wulff das Gerücht? Bild: dpa

Bettina Wulff wehrt sich gegen ein Gerücht, das über sie im Internet kursiert. Zugleich erscheint ihr Buch. Die Presse läuft heiß, doch was ist die Strategie?

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          Welche Überraschung. Der Münchner Riva-Verlag zieht die Veröffentlichung des Buchs von Bettina Wulff vor. „Wegen des großen öffentlichen Interesses“ komme „Jenseits des Protokolls“ schon an diesem Mittwoch in den Handel. In Wahrheit ist das Buch jetzt schon da, Startauflage 100.000 Exemplare. So folgt ein Schritt dem anderen: Am vergangenen Freitag geht Bettina Wulff juristisch gegen die Verbreitung von Gerüchten über ihr Privatleben vor, die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über die vermeintlichen Urheber des Gerüchts in Reihen der niedersächsischen CDU oder FDP, „Bild am Sonntag“ und „Bild“ steigen groß in die Geschichte ein. Schon ist vom „Comeback“ der ehemaligen First Lady die Rede.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Das alles geschieht im Gefolge des Kampfes, den Bettina Wulff um ihre Ehre führt. Ginge es allein darum, handelte es sich um eine von Grund auf ehrenwerte juristische Gegenwehr. Nur sprechen die Begleitumstände leider eine andere Sprache. Das gigantische Tamtam führt zum genauen Gegenteil der vermeintlichen Intention. Jetzt werden erst recht alle darauf gestoßen, dass man, wenn man den Namen Bettina Wulff bei Google als Suchbegriff eingibt, in der Autovervollständigung auf den Begriff „Prostituierte“ stößt. Am Montag brauchte man nur den Buchstaben „B“ einzugeben und schon folgte an dritter Stelle die Reihung, die Bettina Wulff und ihre Anwälte unterbinden wollen.

          Das geht Google zu weit

          Ein Phänomen der Presse waren die Gerüchte nicht, beziehungsweise nur insofern, als sie da und dort ob ihrer Haltlosigkeit dementiert wurden. Ihr Mann selbst hatte die üble Nachrede in seinem denkwürdigen Interview mit ARD und ZDF Anfang dieses Jahres angesprochen. Günther Jauch fragte den stellvertretenden „Bild“-Chefredakteur Nikolaus Blome in seiner Talkshow danach und - hat nun, ob des Vorwurfs, er habe das Gerücht hoffähig gemacht, eine einstweilige Verfügung akzeptiert. Der Internetkonzern Google jedoch hat das Ansinnen, die Autovervollständigung seiner Suchmaschine im Falle von Bettina Wulff zu unterbinden, zurückgewiesen. Mehr als dreißig Begriffe soll Google, wie der Sprecher Kay Oberbeck sagt, nicht mehr in Verbindung mit Bettina Wulff bringen. Darunter sind nicht nur einschlägige, sondern auch so unverfängliche Bezeichnungen wie „Strumpfhose“ oder „Strümpfe“. Und das geht Google, wie Oberbeck sagt, zu weit, würden damit doch zum Beispiel alle Artikel, die sich mit dem Thema befassen, unter ferner liefen geschoben.

          Vorgezogen mit erkennbarem Tattoo: Bettina Wulffs erstes Buch
          Vorgezogen mit erkennbarem Tattoo: Bettina Wulffs erstes Buch : Bild: dapd

          Zu finden sind sie natürlich trotzdem. Die Autovervollständigung spiegele allein die beliebtesten Suchreihen, sagt Oberbeck. Im Falle von Bettina Wulff habe man den Eindruck, dass nicht nur das Gerücht, sondern auch die Debatte darüber unterbunden werden solle. Fünf ähnliche Fälle habe es in Deutschland schon gegeben, in allen fünf sei man bislang vor Gericht erfolgreich gewesen.

          Dass Bettina Wulff alles Recht der Welt hat, gegen Verleumdungen vorzugehen, steht überhaupt nicht zur Debatte. Doch waren die Gerüchte über sie nicht das Thema bei der Causa Wulff, das waren privat-geschäftliche Verbindungen ihres Mannes. Und nun? Wird die Geschichte noch einmal rückwärts buchstabiert. Es dürfte schwer sein, hinter Sinn und Zweck dieser juristischen und publizistischen Strategie zu kommen. „Hoffähig“ ist das Gerücht jedenfalls erst jetzt. Und es dürfte schwer sein, es wieder aus der Welt zu schaffen.

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