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Werbeblocker : Ausnahmen erlaubt

  • Aktualisiert am

Gefilterter Filter: der Adblocker Plus Bild: dpa

Der Unternehmen Eyeo darf weiter einen Werbeblocker anbieten, der bestimmte Websites von der Filterung ausnimmt. Das hat das Hamburger Landgericht entschieden. Auf der Liste der Ausnahmen stehen auch Google und Amazon.

          Adblocker erlauben es, Werbung auf Websites zu unterbinden. Das freut die Nutzer, viele Verlage sehen darin jedoch einen unzulässigen und geschäftsschädigenden Eingriff in ihr Vertriebsmodell. Am Landgericht Hamburg hatten „Zeit Online“ und das „Handelsblatt“ Klage gegen die Eyeo GmbH eingereicht, die den Werbeblocker Adblock Plus anbietet. Das Landgericht Hamburg hat das Verfahren am Dienstag zugunsten von Eyeo entschieden.

          Im Kern des Rechtsstreit stand die „Acceptable Ads-Initiative“. Mit diesem Modell erlaubt es Eyeo bestimmten Firmen, ihre Anzeigen von der Filterung auszunehmen. Von einem Teil der Unternehmen lässt es sich dafür bezahlen. Der Anwalt der Kläger sprach vor dem Hamburger Gericht von „Wegelagerei“ und „Schutzgelderpressung“. Die Anwältin von Eyeo hielt entgegen, dass neunzig Prozent der von der Filterung ausgenommenen Seiten kostenlos aufgenommen würden. Auf der Liste der zahlenden Kunden stehen Unternehmen wie Amazon, Google und Microsoft. Es ist anzunehmen, dass sich diese Unternehmen die Vorzugsbehandlung etwas kosten lassen. Konkrete Zahlen nannte die Anwältin nicht.

          Sie führte ins Feld, dass nur „nicht-nervende Werbung“ auf die Liste der nicht-blockierten Werbeanzeigen gelangen. Mit dieser Selektionsleistung rechtfertigte das Unternehmen vor Gericht auch seine Gebühren. Ohne Werbeblocker würden Websites mit Werbung überspült und kaum mehr benutzbar. Die Kläger beharrten auf ihrer Ansicht, dass redaktionelle Inhalte eine untrennbare Einheit mit der bezahlten Werbung bilden.

          Das Gericht begründete sein Urteil auch damit, dass keine gezielte Benachteiligung der Kläger zu erkennen sei, was Voraussetzung für einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch gewesen wäre. Der Rechtsstreit ist für Eyeo mit dem Hamburger Urteil noch nicht ausgestanden. Die Kläger haben den Schritt in die nächste Instanz angekündigt. Außerdem haben mehrere Werbe- und Medienunternehmen parallel Klage gegen Eyeo eingereicht.

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