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Gehackte Privatfotos : Nackte Prominenz

  • -Aktualisiert am

Auch von ihr landeten private Aufnahmen im Netz: Scarlett Johansson, aktuell mit „Lucy“ im Kino Bild: Reuters

Der jüngste Fall gehackter Fotos von Prominenten zeigt, wie leicht Schnappschüsse vom iPhone über die Cloud in die ganze Welt gelangen. Die Verfügbarkeit privater Nacktbilder ist längst alltäglich.

          In Hollywood herrscht Aufruhr, aus Gründen, die den Filmemachern gerade eine Komödie wert sind. Kommende Woche startet „Sex Tape“. Die Geschichte mit Cameron Diaz ist schnell erzählt: Ein Pärchen filmt sich beim Sex, speichert den Film auf dem Computer, von wo er anwenderfreundlich und automatisch in die Cloud wandert, aber aus Versehen auch in die Postfächer von Freunden und Familie. Die Wirklichkeit hat den Film an diesem Montag eingeholt.

          Findige Hacker haben eine Auswahl privater Fotos von rund hundert berühmten Menschen online gestellt. Betroffen sind Musikstars wie Rihanna, Avril Lavigne und Ariana Grande und Schauspieler, beispielsweise Scarlett Johansson, Kaley Cuoco und Jennifer Lawrence, von der nun mehr als sechzig Nacktbilder kursieren sollen. Laut Berichten sollen die Fotos die Gemeinsamkeit haben, mit iPhones geschossen worden zu sein.

          Löschen hilft nicht

          Daher liegt es für viele Beobachter nahe, zu vermuten, dass sie aus Apples iCloud-Speichern stammen. Seit drei Jahren bieten das Unternehmen den Käufern seiner Geräte an, Bilder und andere persönliche Daten auf mehreren Geräten verfügbar zu machen. Dafür müssen sie allerdings zuerst auf Apples Servern hinterlegt werden. Zwar fiel der Service durch etliche Probleme auf, die Sicherheit der Daten betraf das allerdings nicht.

          Nun gibt es Verwirrung und unterschiedliche Angaben zur Qualität der Bilder. Per Twitter behauptet die Schauspielerin Victoria Justice, die Bilder mit ihr seien Fälschungen. Ebenso äußerten sich Sprecher von Ariana Grande. Die Schauspielerin Mary Winstead beklagt sich auf Twitter darüber, dass nicht nur private, sondern von ihr auch längst gelöschte Bilder nun wieder aufgetaucht seien. Es gehe um privateste Bilder von ihr mit ihrem Ehemann zu Hause.

          Die Hacker, welche die ersten Bilder veröffentlicht haben, behaupten, sie säßen auf größeren Datenmengen, die sie gegen Geld weitergeben würden. Was in diesen Daten verborgen sein könnte, erforschte jüngst ein Sicherheitsunternehmen. Zu Werbezwecken kauften Mitarbeiter der Firma Avast zwanzig benutzte Mobiltelefone bei Ebay und stellten die vom Vorbesitzer vermeintlich gelöschten Daten wieder her. Sie erhielten so Zugriff auf 40000 Fotos. 750 davon zeigten Frauen mehr oder weniger nackt, auf 250 seien nackte Männer zu sehen gewesen. 1500 Bilder zeigten Kinder in privaten Räumen. Hinzu kamen Adressbücher, Nachrichten und andere Daten, durch die sich die Vorbesitzer zweifelsfrei identifizieren ließen.

          Sprecher von Ariana Grande bezeichneten die Bilder von ihr als Fälschung.

          Die Verfügbarkeit privater Nacktbilder ist demnach längst alltäglich. Berühmte Menschen sind einem zusätzlich Risiko ausgesetzt. 2012 wurde bekannt, dass E-Mail-Konten mehrerer Schauspieler gehackt wurden, wodurch bereits Sammlungen privater Fotos an die Öffentlichkeit kamen. Ob es diesmal wieder technische Raffinesse war, durch die Hacker Zugriff auf private Daten erlangten oder ob eine andere Systemschwäche ausgenutzt werden konnte, ist noch nicht bekannt. Auch Apple schwieg zum Vorfall und einem möglichen technischen Hintergrund. Erst einmal jagen die Anwälte jenen hinterher, die die Bilder veröffentlichen. Wenige Tage vor der Vorstellung des neuen iPhones hat Apple Gründe, die Präsentation neuer Features zu überdenken. Die Sicherheit von Daten wäre ein gutes Verkaufsargument – falls man sie gewährleisten kann.

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