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Datenleck bei „Paidlikes“ : Gekaufte Likes bei Politikern, Parteien und Unternehmen

  • Aktualisiert am

Der „Gefällt mir“-Daumen am Hauptsitz von Facebook in Menlo Park, Kalifornien Bild: AFP

Politiker, Parteiverbände, Unternehmen, Influencer: Knapp 90.000 Fanseiten auf Facebook, Instagram, Google und Youtube haben wohl von gekauften Likes profitiert.

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          Rund 90.000 Seiten in sozialen Netzwerken von Parteiverbänden, Politikern, Unternehmen und bekannten Persönlichkeiten haben offensichtlich von gekauften Likes profitiert. Nach Angaben von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ geht das aus einem Datensatz hervor, den der Rechercheverbund ausgewertet hat. Demnach wurden „Gefällt mir“-Angaben auf Facebook, Instagram, Google und Youtube in den Blick genommen.

          Einer Mitteilung der drei Medien zufolge gibt die Mehrzahl der Daten Auskunft über gekaufte Likes kleiner und mittelständischer Unternehmen. Auch sogenannte Influencer, die vor allem auf Youtube und Instagram eine Rolle spielen, sind darunter.

          Aber auch Politiker und Parteiverbände aller Couleur haben demnach von bestellten Likes profitiert: die FDP ist 17 Mal betroffen, die SPD 16 Mal, die CDU 13 Mal, die AfD 12 Mal, Grüne und die Linke je drei Mal. 29 Orts- und Kreisverbände, fünf Landesverbände, zehn Landtagsabgeordnete und ein Bundespolitiker seien betroffen.

          Der FDP-Bundestagsabgeordnete Roman Müller-Böhm soll dem Bericht zufolge seit 2018 mutmaßlich für rund vierzig Beiträge auf Facebook und Instagram Likes gekauft habe. Auf Anfrage habe er sich dazu nicht äußern wollen.

          Die Informationen stammen nach Angaben der drei Medien von der Firma „Paidlikes“, deren Seite aufgrund eines Datenlecks von Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum ausgelesen werden konnte.

          Ein Facebook-Sprecher sagte dazu: „Wenn wir Anbieter und Accounts identifizieren, die anbieten, durch unechte Likes, Kommentare und Abonnenten die Popularität eines Accounts oder Profils zu vergrößern, entfernen wir diese.“ Man habe der Firma Paidlikes vorerst die technische Möglichkeit genommen, ihr Geschäftsmodell weiter zu betreiben. Das Unternehmen vermittelt, so die Darstellung, Fanseiten im Auftrag seiner Kunden an sogenannte Clickworker - Internetnutzer vorwiegend aus Deutschland, die gegen Zahlung von Cent-Beträgen „Gefällt mir"-Angaben„ vergeben. Seit 2012 seien auf diese Weise mehr als drei Millionen „Likes“ verkauft worden.

          Der Kauf von Likes im Netz wird bei Politikern mit der Manipulation der öffentlichen Meinung in Verbindung gebracht. Unternehmen und Influencer können sich dadurch Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschaffen, wodurch ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorliegen könnte.

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