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Henke kritisiert WDR : „Ich glaube, ich weiß, wo die Grenzen sind“

  • Aktualisiert am

Geht von sich aus in die Offensive: Gebhard Henke. Bild: WDR/Herby Sachs

Gebhard Henke wurde als Fernsehspielchef des WDR gekündigt. Ihm war sexuelle Belästigung vorgeworfen worden. In einem Interview weist er die Beschuldigungen vehement zurück. Und greift den Sender an.

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          Der von seinem Sender gekündigte, frühere Fernsehspielchef des WDR, Gebhard Henke, hat die Vorwürfe sexueller Belästigung, die ihm (mehrheitlich anonym) gemacht wurden, in einem Interview mit der „Zeit“ zurückgewiesen. „Ein Nein respektiere ich stets“, sagte er. „Ich glaube, ich weiß, wo die Grenzen sind.“ Er sei niemals sexuell übergriffig geworden, er sei sich „keiner derartigen Handlung bewusst“. Es habe „keine Übergriffe, keine sexuellen Annäherungen, gar noch verbunden mit dem Versprechen, das Eingehen auf meine angeblichen Avancen mit Jobs zu belohnen“, gegeben.

          Die Autorin Charlotte Roche und die Schauspielerin Nina Petri sowie acht weitere Frauen hatten gegen Henke Vorwürfe erhoben. Der WDR hatte die Einlassungen geprüft, Henke um Reaktion gebeten, und die Anwürfe für glaubwürdig genug gehalten, ihn zu kündigen. Über seine Entlassung schlossen Henke und der Sender kürzlich einen Vergleich, der die Trennung mit dem fehlenden Vertrauensverhältnis begründete.

          Jemandem (wie ihm), „der Einfluss hat und Dinge befördern kann, dem kann man leicht vorwerfen, die Macht negativ genutzt und Leute ausgebremst zu haben. Auch wenn Beweise fehlen“, sagte Henke jetzt. Sein Anwalt äußerte die Vermutung, die Frauen, die etwas gegen Henke vorbrachten, hätten einen Schuldigen für eigene berufliche Misserfolge gesucht. WDR-Intendant Tom Buhrow und Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, sagte Henke, hätten nach vorangegangenen Vorwürfen zu anderen – mutmaßlichen – Fällen sexueller Belästigung im WDR unter Druck gestanden. Diesen habe man bei ihm abgelassen.

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