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Emilia Clarke über GoT-Dreh : „Ich dachte, ich wäre es nicht wert“

Emilia Clarke als Daenerys Targaryen in „Game of Thrones“ Bild: HBO via AP / Picture-Alliance

Die Serie „Game of Thrones“ ist ein Spiel mit dem Schauer des Unmenschlichen. In einem Interview-Podcast erzählt Daenerys-Darstellerin Emilia Clarke über die Dreharbeiten – bei denen es ebenfalls grausam zuging.

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          Sie war jung, sie hatte das Gefühl, sich irgendwie in all das nur hineingemogelt zu haben, sie wusste, es würde Nacktszenen geben – Emilia Clarke kann es nur bestätigen, als Dax Shepard in seinem Interview-Podcast „Armchair Expert“ zusammenfasst, wie sich die damals 23 Jahre alte britische Schauspielerin vor zehn Jahren am Set von „Game of Thrones“ gefühlt haben musste: entsetzlich. Fünfzig Minuten lang haben die beiden da schon zusammen mit der zweiten Gastgeberin Monica Padman geplaudert und gelacht, gestaunt über den Weg der Schauspielschulabsolventin aus Soho nach Los Angeles, ans Set der Fernsehserie, die im vergangenen Jahrzehnt Zuspruch und Auszeichnungen erhalten hat wie keine zweite.

          Gerade war es ein erstes Mal um Jason Momoa gegangen, in der Serie Drogo, Anführer der Dothraki, der die von Emilia Clarke gespielte noch minderjährige Königstochter Daenerys Targaryen in der ersten Episode den rauen Sitten seines wilden Reitervolks gemäß zur Frau nimmt. Die Schauspielerin hatte von der Ausstrahlung ihres Filmpartners geschwärmt und von seiner Art: „Er hat auf mich aufgepasst. In einem Umfeld, in dem ich nicht geahnt hatte, dass jemand auf mich aufpassen sollte.“ Dann geht es um die ersten gemeinsamen Szenen, Um die Hochzeitsnacht, die tatsächlich eine Vergewaltigung ist, wie sich die Zuschauer der Serie erinnern werden.

          „Er hat mehr geweint als ich“, sagt Emilia Clarke, von einer Tonlage der Begeisterung mit einem Mal sachlich werdend, mit einem Hauch Bitterkeit. Erst jetzt, zehn Jahre später, werde ihr klar, was für ein Glück sie damals gehabt habe: Als sie nackt und zitternd am Set stand, habe er gerufen, ob ihr nicht mal jemand etwas zum Umhängen bringen könnte. Er habe ihr genau erklärt, wie eine Szene aussehen soll, wie etwas gemeint und wie es nicht gemeint sei. Er habe sie behandelt wie einen Menschen.

          „Game of Thrones“ ist ein einziges großes Spiel mit dem Schauer des Unmenschlichen. Und doch sind wohl die wenigsten Zuschauer bislang auf die Idee gekommen, sich zu fragen, unter welchen Umständen manche Szenen der Serie entstanden sein müssen. Was in den Menschen vor der Kamera vorgegangen sein mag, während die Menschen hinter der Kamera sich vor allem dafür interessierten, das möglichst eindrucksvoll zu sehen ist, was mit den Figuren geschieht, die hier verkörpert werden. Jetzt spricht Emilia Clarke davon, wie sie sich nach den Nacktszenen bei „Game of Thrones“ fühlte, wie groß ihr Bedürfnis war, mit den anderen Schauspielern durch Berührungen, durch Umarmungen aufzulösen, was sich menschlich während solcher Szenen in ihr ereignet hat.

          „Ich war noch nie an einem solchen Set, ich war überhaupt nur zweimal zuvor an einem Set, und jetzt war ich komplett nackt am Set, mit all diesen Leuten, und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich wusste nicht, was von mir erwartet wurde, ich wusste nicht, was ihr wollt, ich wusste nicht, was ich will. Unabhängig davon, ob es dabei um Nacktheit ging oder nicht, die ganze erste Staffel über hatte ich den Eindruck, ich sei es nicht wert, irgendetwas zu verlangen, ich sei es nicht wert, überhaupt irgendetwas zu brauchen.“ In der Überzeugung, ihre Gefühle wären einfach falsch, sei sie zum Heulen aufs Klo gegangen und habe dann gemacht, was immer von ihr verlangt worden sei.

          Auch als sie später nicht mehr alles mit sich machen ließ, wurde der Druck nicht kleiner: „Du willst deine ,Game of Thrones‘-Fans doch nicht enttäuschen“, sei ihr gesagt worden, als sie einmal darum kämpfen musste, ein Laken zu lassen, wo es war. Offenbar war nicht die ganze Grausamkeit der Serie auf dem Bildschirm zu sehen.

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