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Gosling-Gate : Gebt uns die Goldene Kamera zurück!

  • -Aktualisiert am

Ludwig Lehner - eigentlich ist er Koch - holt sich als Ryan Gosling die Goldene Kamera ab. Bild: dpa

Der Coup der Comedians Joko und Klaas ist geglückt: Der von ihnen eingeschleuste Doppelgänger von Ryan Gosling bekam die Goldene Kamera. Nun fordert die Funke Mediengruppe den Preis zurück.

          Die Funke Mediengruppe will nach der Panne bei der Verleihung der Goldenen Kamera den Preis zurückfordern und das Sicherheitskonzept der Show überarbeiten. Die beiden Fernseh-Komiker Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf hatten am Samstagabend einen Doppelgänger von Ryan Gosling zu der Veranstaltung geschickt, der den eigentlich für den Hollywood-Schauspieler bestimmten Preis für „La La Land“ als besten internationalen Film entgegengenommen hatte.

          „Die Goldene Kamera wird aus diesem Vorfall lernen", sagte ein Sprecher des Ausrichters, der Funke Mediengruppe. Die Sicherheitsanforderungen hätten nur aufgrund detaillierten Insiderwissens ausgehebelt werden können, über das Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit ihrer Produktionsfirma Florida TV verfügten. „,La La Land'  hat den Preis gewonnen, die Redaktion wird ihn dem echten Ryan Gosling übergeben."

          Eigene Agentur gegründet

          Joko und Klaas wollen am Dienstagabend in ihrer Show „Circus-Halli-Galli“ auf Pro Sieben verraten, wie die Aktion genau ablief. Wie der Sender bereits erklärte, hat das „Circus-Halli-Galli“-Team zur Vorbereitung eine eigene Booking-Agentur namens „Conrad, Hertz & Gravemann“ gegründet, die angeblich Hollywood-Stars vermittele. In einem Newsletter und auf der nur zu diesem Zweck angelegten Homepage habe die Fake-Agentur darauf hingewiesen, dass Ryan Gosling am Samstag für einen Dreh in Hamburg sein würde. Inzwischen ist auf der  Seite der Agentur ein Bild des Doppelgängers Ludwig Lehner mit Sonnenbrille und weißer Fliege zu sehen - umrahmt von Joko und Klaas. 

          „Ryan Gosling stand seit Ende 2016 ganz oben auf der Liste der Redaktion für eine Goldene Kamera“, sagte ein Sprecher der Funke-Gruppe. „Vor dem Hintergrund des Hypes um ,La La Land' in den USA war es aber nicht möglich, ihn für die Veranstaltung in Hamburg zu gewinnen. Umso erfreulicher schien es, dass sich Anfang Februar eine Agentur meldete und anbot, den ,La La Land'-Hauptdarsteller Ryan Gosling zu vermitteln."

          „Gosling“ total abgeschirmt

          Die in Frage kommende Kategorie „Bester Schauspieler international“ sei da aber bereits an Colin Farrell vergeben gewesen. Deshalb habe sich die Redaktion entschieden, „La La Land“ auszuzeichnen und den Preis stellvertretend für das gesamte Filmteam Ryan Gosling zu übergeben. „Das ist kein ungewöhnliches Verfahren.“

          Der Echte und der Falsche: Ryan Gosling (links) war nicht bei der Verleihung der Goldenen Kamera, wohl aber bei den Golden Globes. Ludwig Lehner (rechts) nahm indes gerne den Preis der Funke Mediengruppe entgegen.

          Dass das Gosling-Double, ein gelernter Koch aus Bayern, problemlos bis ans Mikro kam, erklärt der Sprecher so: „Für Stars von diesem Kaliber nicht ungewöhnlich verlief dann auch das Eintreffen des vermeintlichen Ryan Gosling. Er kam in einem Tross von Mitarbeitern, wurde total abgeschirmt, bedurfte keiner Maske, blieb unerkannt bis unmittelbar vor den Gang auf die Bühne.“ Lehner selbst genoss den Abend. „Es wird viel geschrieben, dass das peinlich war. Für mich war's weltklasse, für mich war's saugeil, ich hatte so viel Spaß“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

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