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TV-Serie „Yellowstone“ : Für eine letzte Handvoll Dollar

  • -Aktualisiert am

Teilt nicht gern: Kevin Costner als John Dutton Bild: Sony

Darf man mögen, was Trump-Wähler mögen? Kevin Costner strotzt in der Neo-Western-Serie „Yellowstone“ nur so vor protorepublikanischer Männlichkeit.

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          Einmal, schon ziemlich tief in der ersten Staffel der hinreißend herbstgolden gefilmten Paramount-Serie „Yellowstone“, ohne dass nach dem starken Auftakt bis dahin sonderlich viel passiert wäre, tanzt Kevin Costner mit einem Bären. Wobei der Bär vor allem buddelt und sein Tanzpartner mit der Flinte wedelt. John Dutton, so Costners protorepublikanischer Charakter, stinkreicher Besitzer einer der größten Ranches von Montana (samt eigenem Helikopter und Privatarmee), hatte vom Pick-up aus eine Gruppe Asiaten auf seiner Weide entdeckt. Auge in Auge mit einem Bären machten die Touristen dumme Fotos. Dutton meinte es also nur gut, als er ihnen befahl, sich zackig zu verkrümeln. Weil die Vorwitzigen zögerten, griff er – zu ihrem Schutz – zum Argument des Landfriedensbruchs: Alles zwischen den Bergen zur Rechten und Linken gehöre nämlich ihm. Es sei unziemlich, so die freche Antwort, wenn ein Einzelner derart viel besitze, statt zu teilen. Da platzt dem Cowboy die Hutschnur. Satte Schüsse in die Luft lassen die Asiaten kreischend flüchten, während Dutton knurrt: „This is America. We don’t share land here.“ Auch nicht mit Bären übrigens; den pelzigen Tänzer fressen bald die Wölfe (nachdem er eine Kugel fraß).

          Ist das schon Antikommunismus? Oder nur eine Verneigung vor amerikanischen Patriarchen der guten alten Technicolor-Zeit? So viel Clint Eastwood steckte selbst in Costner bislang eher selten. Mürrisch und breitbeinig verteidigt dieser Held das von den Vätern Ererbte. Es ist aber auch ein Kreuz mit diesen – surrealerweise – hier herumstromernden Asiaten. Nur wenig später rutschen zwei von ihnen einen Hang hinab. Beim Rettungsversuch durch Duttons bärenstarken Vorarbeiter (Cole Hauser), den der Alte wie einen Sohn liebt (sogar ein bisschen mehr) und der auf den sprechenden Namen Rip hört, stürzen beide in den Tod. Es sieht nach Vorsatz aus: das nächste Problem.

          Hier kämpfen wieder Cowboys gegen Indianer

          Dabei spielen die Asiaten nicht einmal eine Nebenrolle, das tut allenfalls die hinterlistige Presse. Die wahren Feinde der ausschließlich in Cowboy-Sätzen kommunizierenden Dutton-Familie, zu der mittels Brandzeichen aufgenommene, bis in den Tod loyale (Ex-)Kriminelle zählen, sind erstens die Moderne – in Gestalt von Investmentkapital, das sich zu Siedlungsprojekten oder Ölbohrfirmen verdichtet – und zweitens, wie sich das für einen Western gehört, Indianer. Letzteres ist im 21. Jahrhundert denn doch erstaunlich. Serienerfinder Taylor Sheridan (Hauptautor und Regisseur) präsentiert uns tatsächlich einen gierigen, leicht schmierigen Stammes-Chief und Spielhallenbesitzer namens Rainwater (Gil Birmingham), der das von ihm regierte Reservat mit viel Verschlagenheit auf das gesamte Yellowstone-Gelände ausdehnen möchte, um so zurückzuholen, was seinem Volk einst genommen worden sei. Immerhin, ließe sich sagen, sind die Indigenen hier einmal keine Opfer.

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