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Früher Tod eines Pioniers : Internet-Guru Ossi Urchs ist tot

  • Aktualisiert am

Ossi Urchs bei der CeBit 2009 in Hannover Bild: Picture-Alliance

Die indische Langhaarfrisur war sein Markenzeichen: Ossi Urchs erkannte schon früh die Macht des Internets. Anfangs galt er als Spinner, später als Pionier. Nun erlag er einer Krebserkrankung.

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          Die deutsche Internet-Szene trauert um ihren Guru Ossi Urchs. Der Medienunternehmer starb am Donnerstag im Alter von 60 Jahren in einem Hospiz in Offenbach, teilte seine Frau Sigi Höhle mit. „Er war einer der ersten, der gesagt hat, dass das Internet unsere gesamte Art zu leben, zu arbeiten und zu lernen verändern wird“. Ende der 80er Jahre galt Urchs mit solchen Prognosen noch als Spinner. Sein Markenzeichen war seine Jatta, seine aus Indien übernommene Langhaarfrisur.

          Der gebürtige Kölner war Teil des gesellschaftlichen Aufbruchs der 68er. In München studierte er Philosophie, Theaterwissenschaft und Politikwissenschaft. Danach arbeitete er als Autor und Regisseur und gründete mit seiner Frau in Offenbach eine Medienagentur, die Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Strategien beriet. „Er war ein Early User und hat sich sehr früh mit dem Medium analytisch auseinandergesetzt“, sagte seine Frau. Als der Computer in die Privathaushalte einzog, wurde Urchs zum Vermittler, erklärte den Umgang mit PC und Online-Medien in Fernsehsendungen oder auch im Magazin „Playboy“.

          Der Titel seines 2013 erschienen letzten Buchs, zusammen mit Tim Cole verfasst, war programmatisch für das Wirken von Ossi Urchs: „Digitale Aufklärung: Warum uns das Internet klüger macht.“ Damals war er bereits an Krebs erkrankt. Große Resonanz fand die Todesnachricht auf Twitter und Facebook. „Mit Ossi Urchs ist heute ein guter Freund und ein großartiger Mensch verstorben. Wir alle verlieren viel“, schrieb der Kommunikationsberater Michael Kausch. Dirk Kirchberg, Social-Media-Manager der Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IBBCE), twitterte: „Ein schlauer, unangepasster Kopf weniger. Wird uns und dem Internet fehlen.“

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