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Fred Breinersdorfer wird 70 : Würdiger Widerstand

Anwalt und Autor: Fred Breinersdorfer. Bild: dpa

Er war Anwalt, versuchte sich in der Politik und fing an, fürs Fernsehen zu schreiben. Rund zwanzig „Tatorte“ später sind seine Stücke allen präsent. Jetzt wird Fred Breinersdorfer siebzig.

          Man kann mit Fug und Recht - der Jubilar ist auch Jurist - behaupten: Er hat nichts unversucht gelassen. Als talentierter Tausendsassa hat Fred Breinersdorfer seine eigene Form des Widerstands geschaffen - gegen Zahlenherrschaft, Indoktrinierung und Vergessen. In seinem ersten Leben ist der 1946 in Mannheim geborene Fred Breinersdorfer Anwalt mit dem Spezialgebiet Hochschulzulassung. In den siebziger Jahren macht er sich für Studenten stark, deren Studium, oft der Medizin, der Numerus clausus im Weg steht.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Doch diese Arbeit scheint seine Schöpferkraft nicht ausgelastet zu haben. 1980 begann Breinersdorfer Kriminalromane zu schreiben, die bei Rowohlt erscheinen. Nur für seine große Recherche zur Mordserie des „Hammermörders“ Norbert Poehlke, der in den Jahren 1984/85 den Raum Stuttgart in Atem hielt, findet er zunächst keinen Verlag. Kurzerhand gründet er seinen eigenen, den Factor-Verlag in Stuttgart (heute Delphi Medien). Unterdessen schreibt der Jurist auch Drehbücher. Sein „Tatort“-Debüt „Zweierlei Blut“(1984) mit dem nackten Schimanski (Götz George) ist heute bereits kanonisch zu nennen. Zu mehr als zwanzig „Tatorten“ hat Breinersdorfer inzwischen das Drehbuch verfasst.

          Er hat sein großes Thema gefunden

          Es lief so gut für ihn, dass er 1994 beschloss, seine Arbeit als Anwalt zu beenden, um sich vollends dem Schreiben zu widmen. Zuvor hatte sich Breinersdorfer - seit den siebziger Jahren SPD-Mitglied - als Politiker versucht und für den Bundestag kandidiert. Doch hier scheiterte er, was seiner politischen Aktivität keinen Abbruch tut. Breinersdorfer kämpft seit Jahren für eine Anpassung des Urheberrechts.

          Sein großes Thema hat sich zuletzt jedoch in einer Art Kino-Trilogie kristallisiert, die dem Autor und Produzenten mehr passiert ist, als dass er sie geplant hätte. Mit den Filmen „Sophie Scholl - die letzten Tage“(2005), „Elser - er hätte die Welt verändert“ (2015) und „Das Tagebuch der Anne Frank“ (2016) widmete er sich dem Widerstand und den Opfern des NS-Regimes. Gleichzeitig arbeitet sich Breinersdorfer damit an seinem familiären Hintergrund ab. Seine Eltern, darüber spricht Fred Breinersdorfer in Interviews ausführlich, waren „bis zuletzt glühende Nazis“. Gegen eine solche und gegen jede Indoktrinierung hat sich Breinersdorfer gewehrt. An diesem Dienstag wird er siebzig Jahre alt.

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