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Frauen im Sportfernsehen : Anrennen gegen die Männerbastion

  • -Aktualisiert am

Wird den „WM-Club“ bestreiten: Julia Scharf Bild: SWR/Alexander Kluge

Die ARD stellt vier Journalistinnen vor, die Sportübertragungen im Ersten moderieren sollen. Das soll ein großes Ding sein. In die heilige „Sportschau“ am Samstag dürfen die Vier aber nicht. Warum eigentlich?

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          Der Bezahlsender Sky macht es vor: Dort werden wichtige Sportübertragungen, wie zuletzt das DFB-Pokalfinale in Berlin, von Frauen präsentiert, unter anderen von Jessica Kastrop und Esther Sedlaczek. Sie dürften mittlerweile zu den bekanntesten Gesichtern des Senders zählen.

          Lena Bopp

          Redakteurin im Feuilleton.

          Auch die ARD hatte mit Monica Lierhaus lange Jahre eine anerkannte Sportmoderatorin in ihren Reihen. Seit ihrer Erkrankung im Januar 2009 sind Frauen, die in den regelmäßig ausgestrahlten Sportsendungen moderieren oder Interviews führen, rar geworden. Das soll sich nun ändern. Die ARD-Sportchefs haben auf bei ihrer Sitzung in diesem Monat beschlossen, die Zahl der Sportmoderatorinnen zu erhöhen.

          Warmlaufen am Sonntag

          Es sei wichtig, sagte der Sportkoordinator Axel Balkausky, dass die ARD im immer noch überwiegend männerdominierten Sport im Fernsehen mehr Frauen vor der Kamera einsetze. Zu sehen sein werden sie allerdings vorerst nur in der „Sportschau“ am Sonntag und bei Live-Übertragungen von Sportereignissen – die weitaus wichtigere Ausgabe der „Sportschau“ am Samstagnachmittag bleibt den Männern überlassen. „Derzeit haben wir drei sehr gute und beliebte Moderatoren für die „Sportschau“ am Samstag – es gab deshalb aktuell keinen Grund, diese Gruppe um eine Moderatorin zu erweitern“, sagte Balkausky auf Anfrage von FAZ.NET. Langfristig sehe man aber auch in der „Sportschau“ am Samstag natürlich wieder eine Moderatorin.

          Bis es so weit ist, müssen sich die vier Journalistinnen aber mit kleineren Rollen bescheiden. Immerhin wird eine von ihnen, Julia Scharf, während der Fußball-WM in Brasilien den „WM-Club“ bestreiten – der allerdings aus Berlin gesendet wird. Nach Brasilien selbst wird nur Fernanda Brandao reisen. Sie soll als „On-Reporterin“ über Neuigkeiten rund um die Fußball-WM aus dem Internet berichten.

          Nach der Weltmeisterschaft soll die 33 Jahre alte Julia Scharf auch weiterhin im „Sportschau Club“ auftreten. Ein Wiedersehen gibt es mit der ehemaligen Eisschnellläuferin Franziska Schenk, die für die ARD schon bei verschiedenen Wintersportereignissen, auch bei Olympischen Winterspielen, im Einsatz war, sowie Valeska Homburg, die von der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika berichtete. Neu im Team der ARD ist die 34 Jahre alte Jessy Wellmer, die neben ihrer Tätigkeit als Radiomoderatorin bislang den Sport im „Morgenmagazin“ des ZDF präsentierte.

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