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Frankreich gegen Google : Zweite Front

Und gut sieht sie auch noch aus: die Free Box Bild: Free

Ein französischer Provider hat seinen Kunden die aufgerufenen Websites ohne Werbung ausgespielt. Das ist eine Kampfmaßnahme gegen Google.

          In Frankreich begann das neue Jahr mit einer Revolte im Internet: Millionen von Surfern bekamen die aufgerufenen Seiten ohne Werbung. Am Donnerstag vergangener Woche hatte der Provider „Free“ begonnen, die Anzeigen herauszufiltern. Viele Abonnenten waren entzückt, andere weniger. Empört reagierten die Portale, die sich ausschließlich mit Werbung finanzieren. Free gehört dem Unternehmer Xavier Niel, der mit seinen Billigangeboten für Internet und mobiles Telefonieren die Marktführer in Zugzwang brachte und die ganze Landschaft verändert hat. Er ist inzwischen auch einer der drei Eigentümer der Zeitung „Le Monde“.

          Jürg     Altwegg

          Kulturkorrespondent mit Sitz in Genf.

          Die Eliminierung der Internetwerbung durch die Free-Box ist eine Kampfmaßnahme gegen Google: Die französischen Internetprovider wollen den Suchmaschinenkonzern an den Kosten für die technische Infrastruktur beteiligen. Orange, SFR und Bouygues, die wichtigsten Anbieter, unterstützen das Anliegen. Sie investieren Milliarden in die Netze und Sendeanlagen und halten Google für einen Parasiten, der kaum Kosten hat und überall profitiert. Sie argumentieren wie die Verleger, die gegenwärtig mit Google über eine Beteiligung an der Finanzierung der aufwendig produzierten Inhalte verhandeln. Die Suchmaschine verdient dank ihnen mit der Werbung, die wiederum den Zeitungen entzogen wird, sehr viel Geld. Angesichts des Protests beschloss Free am Montag, die Werbung wieder frei laufen zu lassen. Aber die zweite Front gegen Google ist eröffnet.

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