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Aktion gegen Anbieter Eutelsat : Wieso läuft Putins Kriegspropaganda auf Frankreichs Satelliten?

Bleibt auf Sendung, obwohl die EU Sanktionen gegen seine Kriegskanäle verhängt hat: Wladimir PutinFoto Reuters Bild: via REUTERS

Russland war in Europa willkommener Partner. Es gab keine „Demütigung“ – schon gar nicht seit Putin. André Lange legt die Entwicklung im Bereich der Medien dar. Sein „Comité Diderot“ kämpft gegen die europäische Kollaboration mit der russischen Propagandamaschine. Ein Interview.

          8 Min.

          Wie haben Sie auf den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine reagiert? Waren Sie überrascht?

          Jürg Altwegg
          Freier Autor im Feuilleton.

          Ich hatte zur Ukraine sehr viel weniger enge Beziehungen als zu Russland. Der Krieg hat mich entsetzt. Ich wohne in Paris in der Nähe der Place de la Répu­blique. Es gab hier umgehend jeden Samstag eine Solidaritätsdemonstration. Man kann über die Ursprünge dieses Krieges diskutieren wie über den Ersten und Zweiten Weltkrieg, Aber der Angreifer ist bekannt. Ich war ratlos, Ende März traf ich Jim Fillipoff, der vor einigen Jahren Direktor der „Kyiv Post“ und einer Pay-TV-Plattform in der Ukraine war. Er veröffentlichte einen Artikel in der „Kiyv Post“, in dem er unterstrich, dass 15 Millionen Haushalte in Russland Fernsehen über französische Eutelsat-Satelliten empfangen. Er nannte das „Putins Achillesferse im Informationskrieg“. Seine Idee: Wenn die Europäische Union Sanktionen gegen zwei russische Betreiber auf diesen Satelliten verhängt, können die Frequenzen für internationale Nachrichtensender als BBC World News, Deutsche Welle, France 24 oder Euronews und für russische Oppositionssender gewonnen werden. Ich fand diesen Ansatz äußerst relevant. Ich schlug ihm vor, mich für die Verbreitung dieser Idee in der Medienbranche und der Medienpolitik zu engagieren. Ich war europäischer Beamter und konnte mich nicht so frei engagieren, wie ich es jetzt im Ruhestand tue. Wir machen alles auf eigene Rechnung.

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