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Frankfurter „Tatort“ : Margarita Wer?

Margarita Broich hat schon sehr viele Gastrollen im Fernsehkrimi gespielt Bild: HR/Renate Neder

Der Hessische Rundfunk hat eine neue Besetzung für seine Ausgabe des ARD-Krimis gefunden. Nina Kunzendorf geht. Und es kommt eine Frau vom Theater, von der man sich viel versprechen darf.

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          Man wird nicht sagen können, der Hessische Rundfunk sei um eine kluge und prominente Besetzung seines „Tatort“ in den vergangenen Jahren verlegen gewesen. Ein um das andere Mal musste die Fernsehspielchefin Liane Jessen Ausschau halten. Zuerst nach Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf, dann nach Nina Kunzendorf und Joachim Król.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Doch stets hatte es mit der Besetzung recht früh ein Ende, was ganz und gar nicht am Sender lag. Jetzt ist es Nina Kunzendorf gewesen, die ihre Rolle hinschmiss. Dabei stand ihr die verwegene Kommissarin Conny Mey so gut. Am Sonntag tritt sie in der Rolle zum fünften und letzten Mal auf. Und pünktlich zu diesem Datum hat der Hessische Rundfunk verkündet, wer im Frankfurter „Tatort“ an Nina Kunzendorfs Stelle tritt: die Theaterschauspielerin Margarita Broich.

          Das erste Engagement in Frankfurt

          Margarita Wer? Wird jetzt vielleicht mancher fragen, der weniger im Theater auf dem Sessel denn auf dem daheim hockt. Dabei hat man Margarita Broich in den vergangenen zwei Jahrzehnten schon auf einigen Bühnen gesehen: am Berliner Ensemble, am Deutschen Theater, Schillertheater, Maxim-Gorki-Theater, der Berliner Volksbühne und bei den Salzburger Festspielen.

          Ihr erstes Engagement hatte Margarita Broich, die mit dem Schauspieler Martin Wuttke zusammenlebt, jedoch 1987 am Frankfurter Schauspielhaus, direkt nach ihrem Schauspielstudium an der Hochschule der Künste in Berlin. Davor hatte die 1960 in Neuwied geborene Schauspielerin in Dortmund Fotodesign studiert und als Theaterfotografin am Schauspielhaus Bochum gearbeitet.

          Noch keine Haupt-, wohl aber sehr viele Gastrollen hat Margarita Broich im Fernsehkrimi gespielt, im „Tatort“, „Polizeiruf“, den ZDF-„Sokos“, „Ein Fall für zwei“, „Bella Block“ oder in den Serien „Bloch“ und „Pfarrer Braun“. Wenn man einen Moment darüber nachdenkt und auf die Liste schaut, die der Hessische Rundfunk zur Vorstellung seiner Neuverpflichtung angelegt hat, kommt einem die Theaterschauspielerin auch schon gar nicht mehr  bildschirm- und leinwandabstinent vor.

          Sie spielte in den Fernsehfilmen „Teufelsbraten“ und „Mein Kind muss leben“, im Kino in „Quellen des Lebens“, „Wenn ich Dich umarme“, „Liebe Mauer“, „ Unter Bauern“, „Der Vorleser“, „Effi Briest“ und „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“. Für den Hessischen Rundfunk stellt sie demnächst in dem Film „Männertreu“, bei dem Hermine Huntgeburth Regie führt, eine Oberbürgermeisterin dar.

          Der Mann braucht eine neue, starke Mit- und Gegenspielerin

          „Wir sind glücklich mit Margarita Broich eine phantastische und vielseitige Schauspielerin gefunden zu haben, die wunderbar zu Joachim Król und seinem alter Ego Kommissar Steier passen wird“, sagte die HR-Fernsehspielchefin Liane Jessen. Zu sehen gibt es den ersten Krimi mit dem neuen Kommissarsgespann allerdings erst im zweiten Halbjahr 2014.

          Vielleicht bleibt  diese berufliche Liaison ja länger am „Tatort“ als die jetzige. Joachim Król jedenfalls scheint mit seinem mürrischen Kommissar zwar bestens auch für ein Soloprogramm aufgelegt. Doch setzt seiner Figur der Abgang der Kollegin, wie man am kommenden Sonntag sehen wird, auch dermaßen zu, dass vollkommen klar ist: Der Mann braucht eine neue, starke Mit- und Gegenspielerin.

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