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Fragen sie Gottschalk : „Das entspricht nicht meinem Verständnis von Unterhaltung“

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Bild: Robert Wenkemann

Taugt das Fernsehen als praktische Lebenshilfe? Pflegt er eigentlich echte TV-Feindschaften? Darauf hat Thomas Gottschalk deutliche Antworten. Das gilt auch für die Frage nach seiner Kollegin Heidi Klum.

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          Wie erklären Sie sich den Erfolg all der Beratungssendungen im deutschen Fernsehen? Kindererziehung, Schuldenberatung etc. Hat das Fernsehen bei vielen Menschen eine regulierende, beratende, lebensberatende Rolle übernommen, die in der Gegenwart sonst von keinem mehr übernommen wird? Und wäre so eine Beratungssendung nicht auch etwas für Sie? In welchem Bereich würden Sie beraten?

          Dirk Jesse, Köln

          Thomas Gottschalk: In der Tat wundere ich mich über den Erfolg dieser Formate ebenso wie Sie. Mir scheint dabei in vielen Fällen allerdings nicht die Hilfe für die Betroffenen im Vordergrund zu stehen, sondern die Faszination der Zaungäste, die mit der beruhigenden Erkenntnis ins Bett gehen können, dass andere noch größere Schulden und noch schlimmere Kinder haben.

          Mich erinnert das immer unangenehm an Katastrophentourismus und an Menschen, die sofort ihre Hälse recken, wenn irgendwo ein Krankenwagen steht oder ein Blaulicht rotiert. Jeder Unfall hat offensichtlich etwas Faszinierendes, solange man nicht selbst das Opfer ist. Anderen Leuten dabei zuzuschauen, wie sie versuchen, aus ihrem Schlamassel herauszukommen, entspricht nicht meinem Verständnis von Unterhaltung.

          Kommst Du in Amerika manchmal mit Heidi Klum zusammen? Schätzt Du ihre Sendungen?

          Frank Baumer, Frankfurt

          Thomas Gottschalk: Ich habe zwar Heidis Handynummer, aber ich glaube nicht, dass Sie auf meinen Anruf wartet. Anfang der Neunziger hat sie zwar in meiner TV-Show einen Modelwettbewerb gewonnen, weswegen ich als ihr Entdecker in die Geschichte eingehen werde, aber sie steht seit langem auf eigenen und sehr beachtlichen Beinen. Vor allem ihr Erfolg in den Vereinigten Staaten beeindruckt mich. Sie hat dort eine Menge Werbeverträge, ist immer wieder auf den Covers großer Magazine zu sehen, und ihr „Project Runway“ ist eine erfolgreiche Castingshow im US-Fernsehen. Das muss ihr erst mal jemand nachmachen.

          Welche Feinde haben Sie im deutschen Fernsehen?

          Sigurd Pettersen, Kiel

          Thomas Gottschalk: Ich pflege keine Feindschaften. Bei TV-Unterhaltung gibt es keine Dogmen, über die sich streiten ließe. Man mag es, oder man mag es nicht. Ich habe aber wenig Verständnis für Menschen, die sich etwas anschauen, nur um sich hinterher darüber zu ereifern, wie furchtbar es war. Fernsehen ist das einzige Ärgernis, das man durch Knopfdruck beenden kann.

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