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FPÖ greift ORF an : Am Pranger

Auf ihn hat es der österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der FPÖ abgesehen: Der ORF-Nachrichtenmoderator Armin Wolf. Bild: THOMAS RAMSTORFER/ORF/HANDOUT/EP

Österreichs Vizekanzler Strache hat den ORF und Fernsehmoderator Armin Wolf auf Facebook der Lüge bezichtigt. Strache will das als Satire gemeint haben. Journalisten aus Deutschland glauben das nicht und protestieren.

          Fernsehjournalisten von ARD und ZDF, die dem Vorstand des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises angehören, wenden sich in einem offenen Brief an den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) scharf gegen die Angriffe des Vizekanzlers Heinz-Christian Strache (FPÖ) auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ORF. Man beobachte „mit großer Sorge“ Angriffe der FPÖ „auf unabhängige Journalisten und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ORF“.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Man sei bestürzt über ein Facebook-Posting Straches, in dem er den Moderator und Hanns-Joachim-Friedrichs-Preisträger Armin Wolf „mit Lüge und Propaganda gleichsetzt“ und Hunderte Journalisten des ORF „als Propagandisten und Produzenten von Falschmeldungen verleumdet“. Das „Machwerk dieses Postings als Pranger“ sowie dessen „denunziatorischer Inhalt“ verletzten den politischen Anstand und sei ein Angriff auf die Pressefreiheit. Dies gleiche den Methoden der Regierungen in Polen und Ungarn. Bundeskanzler Kurz sei aufgefordert, dem Einhalt zu gebieten.

          Straches (inzwischen gelöschter) Facebook-Eintrag zeigte den Moderator Wolf und lautete: „Es gibt einen Ort, an dem Lügen zu Nachrichten werden. Das ist der ORF.“ Etwas kleiner gedruckt hieß es: „Das Beste aus Fake News, Lügen und Propaganda, Pseudokultur und Zwangsgebühr. Regional und international. Im Fernsehen, im Radio und auf dem Facebook Profil von Armin Wolf.“

          Der ORF und Armin Wolf haben gegen die Äußerung Klage eingereicht – gegen Strache und gegen Facebook. Strache will den Eintrag auf seinem privaten Facebook-Account als Satire verstanden wissen. Seine Anwälte haben einen Vergleich angeboten – der Politiker werde sich bei Wolf entschuldigen. Der Brief an Kanzler Kurz ist unter anderem unterzeichnet von Nikolaus Brender, Petra Gerster, Maybrit Illner, Claus Kleber, Theo Koll, Wolf von Lojewski, Frank Plasberg, Fritz Pleitgen, Claus Richter, Thomas Roth, Marietta Slomka, Ulrich Wickert und Anne Will.

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