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Merkel-Interview : Youtuber LeFloid rechtfertigt sich

  • -Aktualisiert am

Florian Mundt wollte einfach nur die „fucking Kanzlerin“ interviewen. Bild: dpa

Youtube-Star Florian Mundt war für sein Interview mit der Bundeskanzlerin harsch kritisiert worden. In einem Clip verteidigt er seine Herangehensweise – nicht ohne einen Seitenhieb an die etablierten Medien.

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          „Klar war ich schweinenervös“, sagt Florian Mundt in einem Youtube-Clip über sein Interview mit Angela Merkel. Die Reaktionen auf das Gespräch, das am 13. Juli auf dem Youtube-Kanal von „LeFloid“ veröffentlicht wurde, waren durchgehend kritisch. Die etablierten Printmedien kritisierten die zustimmende Haltung des Siebenundzwanzigjährigen. Frank Lübberding kam in dieser Zeitung sogar zu dem Schluss, dass diese Art von Gesprächsführung kein Journalismus sei. Auch auf Twitter reagierten viele mit Häme für den tatsächlich aufgeregt und unsouverän auftretenden Youtuber.

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          Florian Mundt rechtfertigt seine Unsicherheit mit fehlender Berufserfahrung, dies sei schließlich „sein verficktes erstes Interview“ gewesen. Auf die Kritik der „Profijournalisten“ gibt Mundt allerdings wenig. Theatralisch wischt er sich mit dem Mittelfinger eine nicht vorhanden Träne aus dem Auge. Er gibt zu, dass Angela Merkel seine Fragen nur „mehr oder weniger klar beantwortet“ habe, nicht ohne ironisch zu betonen, er habe „die heftigen Enthüllungen über Merkel in der letzten Zeit von echten Journalisten verpasst“.

          Für das Gespräch sei er nicht bezahlt worden, betont er. Viel wichtiger sei ihm das Image seiner Generation: „Hunderttausende haben das Interview gesehen, hunderttausende haben ihre Fragen beantwortet bekommen“, sagt Mundt in seinem Clip zum „Merkel-Stunt“. Das Interview, für das der Videoblogger zuvor unter #netzfragtmerkel Fragen seiner Twittergemeinde gesammelt hatte, habe sein Ziel also erreicht. Schließlich stehe er als LeFloid „dafür, mit Jugendlichen, jungen Leuten und eigentlich allen in Dialog zu treten.“

          Mundt findet, dass er der Kanzlerin keine PR-Veranstaltung in eigener Sache ermöglicht hat. Er ist sich sicher, dass „Hunderttausende nach diesem Interview nicht CDU wählen“ werden – er selbst eingeschlossen.

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