Finnlands Ministerpräsident :
Kritische Medien erträgt er nicht

Von Jüri Reinvere
Lesezeit: 3 Min.
Setzt die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Finnlands unter Druck: Ministerpräsident Juha Sipilä am Abend der Wahl, die ihn ins Amt brachte
In anderthalb Jahren konnte die finnische Regierung keine Gesetzesvorlage ohne Zurückweisung durchs Parlament bringen. Gegenüber den Medien geriert sich Ministerpräsident Sipilä wie ein kleiner Donald Trump.

Der Rücktritt von Jussi Eronen als Leiter der einflussreichen Redaktion für politische Magazine bei Yleisradio (YLE), der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt Finnlands, erregt die Öffentlichkeit. Eronen genießt einen guten Ruf. Seinen Entschluss machte er nach einem nur einminütigen Treffen mit dem Chefredakteur des Senders, Atte Jääskeläinen, publik. Stunden später folgten weitere Journalisten Eronens Beispiel. Die Pressefreiheit in Finnland sei drastisch eingeschränkt worden, erklärten sie, der Grund für ihre Rücktritte sei ein politischer Skandal: Finnlands Ministerpräsident Juha Sipilä habe persönlich Druck auf YLE ausgeübt und die Nachrichten- und Kulturredaktionen im finnischen Rundfunk unter seine Kontrolle bringen wollen.

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