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Fernsehwoche, 6. Januar bis 12. Januar : Sam Spade lebt gefährlich

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Jagd nach der Beute: Humphrey Bogart sucht nach einer Statue, und eine Femme Fatale, die gerne Schmuck klaut, flüchtet vor ehemaligen Komplizen. Außerdem in der Fernsehwoche: Krieg in der Gottesstadt, ein komischer Hitler und ein stiller Amerikaner.

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          Jagd nach der Beute: Humphrey Bogart sucht nach einer Statue, und eine Femme Fatale, die gerne Schmuck klaut, flüchtet vor ehemaligen Komplizen. Außerdem in der Fernsehwoche: Krieg in der Gottesstadt, ein komischer Hitler und ein stiller Amerikaner.

          Samstag, 6. Januar

          Pro Sieben, Thriller, 23.20 Uhr: Femme Fatale

          Eigentlich ist Laure eine Schmuckdiebin, deren Komplizen bei einem Überfall auf dem Filmfestival von Cannes vor sieben Jahren im Gefängnis landeten, während sie mit der Beute entkommen konnte. Doch jetzt kehrt sie als Frau eines Diplomaten nach Frankreich zurück - und landet als attraktive Blondine auf den Titelseiten der Klatschblätter. Das Foto in den Illustrierten ruft ihre alten Bekannten auf den Plan... In „Femme Fatale“ treibt Regisseur Brian De Palma ein vertracktes Spiel: Traumsequenzen, Rückblenden und Zeitsprünge führen zu falschen Schlüssen. Angelehnt an die klassischen Film-Noir-Werke drehte De Palma mit Rebecca Romijn-Stamos sowie Peter Coyote und Antonio Banderas.

          Sonntag, 7. Januar

          3sat, Krimi-Klassiker, 23.45 Uhr: Die Spur des Falken

          „Die Spur des Falken“ aus dem Jahr 1941 gilt als Meisterwerk und kennzeichnet Filmhistorikern zufolge den Anfang des Film Noir beziehungsweise Hollywoods „Schwarzer Serie“. Der Film begründete auch den Ruhm von Hauptdarsteller Humphrey Bogart. Sam Spade (Bogart), ein Einzelgänger, der nach der Ermordung seines Partners eine Privatdetektiv in San Francisco alleine betreibt, bekommt von einer Frau (Mary Astor) einen Auftrag. Er soll ihre ausgerissene Schwester suchen und finden. Wenig später gibt es zwei Tote, und der Verdacht fällt auf Spade, der völlig im Dunkeln tappt. Da bekommt er von dem schmächtigen Ausländer Cairo (Peter Lorre) Geld für das Auffinden einer wertvollen antiken Skulptur, des Malteser Falken, angeboten. Bei seiner Suche stolpert Spade jedoch über zahlreiche Gangster, die alle in den Besitz der kostbaren Statue kommen wollen und ihn in eine Falle locken. John Huston, der hier erstmals Regie führte und auch das Drehbuch schrieb, schuf einen faszinierenden und eindrucksvollen Film nach der berühmten Vorlage von Dashiell Hammett.

          Montag, 8. Januar

          WDR, Dokumentation, 23.15 Uhr: Spaß mit Hitler? - Vom fröhlichen Umgang mit einem deutschen Tabu

          Die Spaßgesellschaft hat sich der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und seiner Führerfigur Adolf Hitler angenommen. Der Videoclip „Ich hock in meinem Bonker“ wird bei „YouTube“ täglich tausendfach heruntergeladen. Am 11. Januar kommt mit „Mein Führer“ ein Film in die deutschen Kinos, der uns in der Unterzeile die „wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ verspricht.

          Komiker Helge Schneider blödelt in dem Film als Hitler in der Hauptrolle. Also „Blödeln mit Hitler“? Schenkelklopfhumor und Holocaust? Die Autoren der Dokumentation konnten sich vorab ein Bild von dem Film machen und stellen fest: Über Hitler wurde schon immer gelacht, mit unterschiedlichen Zielrichtungen, mit unterschiedlichen Mitteln. So viel allerdings wie heute wurde noch nie über den „Führer“ gelacht.

          Dienstag, 9. Januar

          NDR, Drama, 23.45: City of God

          Der Film wirft alle Vorstellungen, wie lateinamerikanisches Kino aussehen könnte, locker über den Haufen. Die Geschichte aus den Favelas von Rio bezieht ihren Realismus nicht aus einem besonders geduldigen Blick, sondern aus der Atemlosigkeit, mit welcher der beschleunigte Herzschlag des Lebens und vor allem Sterbens geschildert wird. Fernando Meirelles verfolgt den Weg einer Bande von Jungen (unter anderem Alexandre Rodrigues, Leandro Firmino, Douglas Silva) aus dem Siedlungsprojekt „Cidade de Deus“ von den Sechzigern bis in die achtziger Jahre hinein.

          Das Schockierendste an seinem Film ist womöglich, dass sich die Lage in den vergangenen Jahren noch weiter verschlechtert hat, obwohl man sich kaum noch etwas Schlimmeres vorstellen kann als die Kinderbanden, die Cowboy und Indianer mit echten Waffen und echtem Blut spielen. Wenn es losgeht, ist noch alles von einem nostalgischen Sonnengelb durchflutet. In den Siebzigern wird es dann bunt, und danach scheinen die Farben zu erkalten, aber bis dahin ist einem ohnehin das Blut längst in den Adern gefroren. Der Film ist eine Gewaltorgie, die weitgehend ohne Blut auskommt, aber sonst nichts unversucht läßt, unter die Haut zu gehen.

          Mittwoch, 10. Januar

          WDR, Politthriller, 23.15 Uhr: Der stille Amerikaner

          Der Film erzählt die Geschichte des amerikanischen Entwicklungshelfers Alden Pyle (Brendan Fraser) im Saigon der frühen 50er Jahre. Der Amerikaner freundet sich mit dem zynischen, abgeklärten Korrespondenten der Londoner „Times“, Thomas Fowler, (Michael Caine) an. Pyle findet in Fowler einen Freund, der ihn mit den Landessitten vertraut macht.

          Doch er verliebt sich in Phuong (Do Thi Hai Yen), die junge Geliebte Fowlers. In der Dreiecksgeschichte spiegelt sich die politische und menschliche Tragik, dass aus gutem Willen Übel entstehen und Zynismus eine Form von Menschlichkeit sein kann. Die Neuverfilmung des Romans „Der stille Amerikaner“ von Graham Greene sorgte in den Vereinigten Staaten für Diskussionen. Der Film galt als zu amerikakritisch.

          Donnerstag, 11. Januar

          NDR, Dokumentation, 20.15 Uhr: Ananas für die Arktis

          Auch nördlich des Polarkreises will man auf frisches Obst nicht verzichten. Möglich machen das die „Obstmänner vom Dempster Highway“. John Jensen und Bill Rutherford donnern mit ihrem LKW auch bei Schneestürmen und Temperaturen von minus 40 Grad durch die weiße Wildnis. Ihr Ziel heißt Inuvik, ein 3500-Seelen-Kaff und Zentrum der westlichen Arktis. Die Dokumentation von Wolfgang Wegner zeigt die Trucker auf Tour, die auf Angehörige der königlich berittenen kanadischen Polizei, eine Schlittenhundzüchterin und einen österreichischen Restaurantkoch treffen.

          Freitag, 12. Januar

          Pro Sieben, Science-Fiction, 20.15 Uhr: Das fünfte Element

          New York anno 2259: Bei Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis) landet die mysteriöse Leeloo (Milla Jovovich) auf dem Rücksitz. Sie ist gekommen, um die Welt zu retten.

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