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Fernsehwoche, 19. bis 25. August : Vorsicht! Wilde Fahrstühle!

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Dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wird auf die Finger geschaut, während Moritz Bleibtreu im „Experiment“ seine Menschenrechte genommen werden. Fahrstühle fahren Amok und Jim Carrey reißt Witze auf einem Hinterhof. Die Fernsehwoche.

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          Dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wird auf die Finger geschaut, während Moritz Bleibtreu im „Experiment“ seine Menschenrechte genommen werden. Fahrstühle fahren Amok und Jim Carrey reißt Witze auf einem Hinterhof. Die Fernsehwoche.

          Samstag, 19. August

          RTL, Actionkomödie, 20.15 Uhr: Rush Hour 2

          Florence Darel und Bruno Cremer in „Ein König über den Wolken”

          Chief Inspector Lee (Jackie Chan) hat seinen alten Kumpel James Carter (Chris Tucker) nach Hong Kong eingeladen, um ihm ein wenig die Stadt zu zeigen. Doch ein Bombenanschlag auf die US-Botschaft und die zwielichtigen Machenschaften seines Erzfeindes Ricky Tan (John Lone) zwingen Lee wieder zurück in den Dienst. Trotz anfänglicher Skepsis ist James Carter letztlich mit vollem Einsatz dabei und hilft seinem Kumpel, den verzwickten Fall zu lösen.

          Sonntag, 20. August

          Pro Sieben, Komödie, 20.15 Uhr: Old School - Wir lassen nichts anbrennen

          Mitch (Luke Wilson) ist ein ganz Sanfter: Er schnallt sich auf dem Rücksitz an, bringt seiner Freundin ein Kuscheltier vom Seminar-Trip mit und - erwischt sie prompt beim „Rudelfick“. Mit solchen Extravaganzen hatte der dreißigjährige Immobilien-Anwalt nicht gerechnet. Wenigstens hat er zwei Freunde: Frank (Will Ferrell) und Beanie (Vince Vaughn) versuchen ihren verstörten College-Kumpel wieder „auszuwildern“, am besten unter „Füchsen“. So nämlich nennen sie ihre etwas unkonventionelle Studentenverbindung auf dem Uni-Campus, wo Mitch das Haus eines Exprofessors bezieht. Dieser Fuchsbau mit seinen Partys, Sauforgien und Schleim-Ringkämpfen ist dem Dekan ein Dorn im Auge. Schon in College-Zeiten war Gordon den Freunden als „Stinker“ verhaßt. Jetzt versucht er sich zu rächen.

          Noch haben sie die Mitte des Lebens gar nicht erreicht, aber schon ist die Krise da. Der amerikanische Regisseur Todd Philips hat eine liebenswerte Komödie über den Versuch gedreht, die Jugend noch einmal aufleben zu lassen, bevor sich das Leben zur Einbahnstraße verengt. Nicht nur Mitch wird aus der Bahn geworfen, auch Frank „the Tank“ läßt sich scheiden, weil er voreilig geheiratet hat. Auch Mitchs Jugendliebe Nicole taucht plötzlich mit einer Tochter ohne Vater auf. Nur der wilde Beanie, der das Abenteuer mit den „Füchsen“ angezettelt hat, beugt sich freiwillig unter das Ehejoch. Keine heile Familie, das Vorstadthäuschen vernagelt und die Autos schrottreif - dieser turbulente Film kommt ohne die sterilen Insignien der gängigen amerikanische Filmkomödie aus, weil er keine Wunschprojektionen bedient.

          Montag, 21. August

          Arte, Politthriller, 0.05 Uhr: Ein König über den Wolken

          Südostasien, 1978: Der Filmemacher Henri Lanvern (Jaques Perrin) unterbricht seine Dreharbeiten in Laos: Angeblich will er für einige Tage auf Motivsuche gehen. Doch die Zeit vergeht und Lanvern kehrt nicht zurück. Eine Journalistin (Florence Darel) versucht, Licht in die mysteriösen Umstände seines Verschwindens zu bringen, und entdeckt, daß Lanverns Ausflug ein ganz anderes Ziel hatte.

          Dienstag, 22. August

          Arte, Dokumentation, 20:40 Uhr: Ein Instrument gegen die Willkür

          Die Dokumentation berichtet aus erster Hand über die Entstehung und die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, der mit der Untersuchung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, Fällen von Völkermord und anderen Greueltaten betraut ist. Erstmals durfte ein Filmteam die zuständigen Richter bei ihrer Ermittlungsarbeit in den Kongo begleiten.

          Mittwoch, 23. August

          Tele 5, Komikerporträt, 20.15 Uhr: Der Mondmann

          Schon auf der Hinterhofbühne verstößt der unbekannte Entertainer konsequent gegen die Erwartungen. Er stammelt mit verzerrter Stimme, wirkt eher verlegen als komisch. Als er dann von einem Manager mit Verbindungen nach Hollywood entdeckt und in populären Fernseh-Sendungen plaziert wird, mischt er sämtliche Unterhaltungsklischees auf: sei es durch Schweigen, in fragwürdigen Catch-Shows oder durch Prügel-Einlagen in einer Talkrunde.

          Dank der Mischung aus Überrumpelung und Provokation hält sich Andy Kaufman, in den siebziger Jahren zu zwiespältigem Ruhm gelangt, im Gespräch. Er ist immer für Überraschungen gut. Milos Forman hat der schillernden Showbiz-Karriere in seinem Film „Der Mondmann“ nachgespürt und den kanadischen Komiker Jim Carrey als kongenialen Darsteller gewonnen. Zu sehen ist ein Auftritt, der den permanenten Regelverstoß zur Devise erkoren hat. Zielstrebig wird die „political correctness“ vernachlässigt. Der Zuschauer soll sich für eine Komik erwärmen, die zu den archaischen Slapstick- und Tortenschlacht-Ritualen zurückfindet. Carrey spielt einen selbstverliebten Kaufman, der sich nicht schont, sondern sogar mit gespielten Krankheiten kokettiert. Gelegentlich wundert er sich über die Mißverständnisse. Doch als er lebensbedrohlich erkrankt, wird dem Entertainer das prompt als neue Verwirrstrategie ausgelegt. Die Laufbahn voller Glamour und Klamauk nimmt eine makabre Wendung.

          Donnerstag, 24. August

          Pro Sieben, Psychoschocker, 22.30 Uhr: Das Experiment

          4000 Mark für zwei Wochen: Leicht verdientes Geld und ein netter Spaß noch dazu, denken die zwanzig Freiwilligen, die sich auf das von einer Universität ausgeschriebene Experiment einlassen. Um die Erforschung des Aggressionsverhaltens in einer künstlichen Gefängnissituation soll es gehen. Zunächst halten die Beteiligten, die per Zufallsprinzip in Gefangene und Wärter eingeteilt werden, das Ganze für ein Spiel. Doch schon bald setzt sich eine Spirale der Gewalt in Gang, und als der verantwortliche Professor für kurze Zeit nicht erreichbar ist, eskalieren die Ereignisse. Aus dem harmlosen Spiel wird ein erbitterter Kampf um Leben und Tod.

          Das Experiment, an dem der Taxifahrer und Gelegenheitsjournalist Tarek (Moritz Bleibtreu) teilnimmt, findet im Untergeschoß einer Universität statt. Dort ließ Professor Thon (Edgar Selge), der Leiter des psychologischen Instituts, einen Gefängnistrakt für zwölf Sträflinge und acht Strafvollzugsbeamte nachbauen.

          Freitag, 25. August

          Vox, Horrothriller, 20.15: Down

          Die Geschichte von den 76 Fahrstühlen, welche die 102 Stockwerke des „Millennium Building“ nicht immer störungsfrei hinauf- und herunterfahren, hat mit den zwei Sicherheitsmechanikern Mark (James Marshall) und Jeffrey (Eric Thal), der vorwitzigen Zeitungsdame Jennifer (Naomi Watts), den verschiedenen Bremsklötzen in der Ermittlungsarbeit und dem verrückten, strippenziehenden Wissenschaftler alle Versatzstücke eines eben nur durchschnittlichen und entsprechend überraschungsfreien Actionfilms, dessen Dialoge zuweilen ein Ärgernis sind.

          Was die Sache - und am Ende die meisten Besucher und Angestellten des hohen Hauses - aber rettet, das ist die Logik des Tötens, das Dick Maas mit abgetrennten Köpfen und tiefen, tiefen Stürzen aberwitzig und nicht immer geschmackssicher in Szene setzt: Die Menschen müssen ihrem Mörder, der nur in die Vertikale, aber ihnen nicht nachstellen kann, schon direkt in die Arme laufen. Daß sie das auch tun, liegt an den ökonomischen Zwängen, wie sie seit Spielbergs „Weißem Hai“ noch jeden Horror zwingend und, im Verein mit der Ahnungs- und Wehrlosigkeit der Opfer, nervlich zuweilen etwas strapaziös machen: Stillstand wäre nämlich Rückschritt in dem Haus, und Vorsichtsmaßnahmen werden für einige Beteiligte so verhängnisvoll spät ergriffen, weil sie den Betrieb, wie manche wähnen, unnütz lahmlegten. Die Handlung aber kommt erst richtig in Fahrt, sobald die Mechaniker etwas genauer hinsehen.

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