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Fernsehwoche, 16. bis 22. September : Wo wir uns am wohlsten fühlen

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Loreley, Neuschwanstein oder Reeperbahn? Das ZDF sucht die Lieblingsorte der Deutschen. Außerdem in der Fernsehwoche: Bill Murray und Scarlett Johansson in Tokio und die Jugendjahre eines Komikers.

          5 Min.

          Loreley, Neuschwanstein oder Reeperbahn? Das ZDF sucht die Lieblingsorte der Deutschen. Außerdem in der Fernsehwoche: Bill Murray und Scarlett Johansson in Tokio und die Jugendjahre eines Komikers.

          Samstag, 16. September

          Pro Sieben, Sitcom, 13.45 Uhr: Alle hassen Chris

          Die Serie hat in Amerika für so viel Gesprächsstoff gesorgt wie schon lange keine Comedyserie mehr. Es ist Comedy nicht als gefällige Unterhaltung mit eingespieltem Publikumsgelächter, sondern als Tabubrecher mit einem Thema, das schon lange nicht mehr angefaßt wurde: Das Verhältnis von Rasse und Klasse in den Vereinigten Staaten, wie es, seltsam gelungenes Timing, eben der Wirbelsturm „Katrina“ vor aller Augen führte. „Meine Eltern hatten beschlossen, aus den Wohnsiedlungen weg nach Bedford-Stuyvesant zu ziehen“, kommentiert der Komiker Chris Rock, der als Erzähler aus dem Off fungiert, am Beginn der Serie den Umzug seiner fünfköpfigen Familie in ein Reihenhaus in New York. „Vielleicht hätten sie es sich anders überlegt, wenn sie geahnt hätten, daß sie uns im Zentrum einer Crack-Epidemie ansiedeln. Hier sehen Sie einige der Leute, die daran abkratzen werden.“ Chris aus der Serie ist der älteste von drei Geschwistern (tatsächlich ist Rock der älteste von sieben). Es sind ganz offenbar schwierige Menschen, mit denen es der kleine Chris in seinen eigenen vier Wänden zu tun hat, aber es spricht für Rocks komisches Können, daß sie zugleich als kompliziert liebenswerte, intakte Familie erscheinen - keine Cosbys, die in einer schrillen Abweichung der afroamerikanischen Realität Anwälte und Ärzte sind und eine Villa in der Vorstadt bewohnen, sondern eine Sippe, die versucht, erhobenen Hauptes das Beste aus miserablen Umständen zu machen.

          ARD, Tragikomödie, 23.10 Uhr: Lost in Translation

          Bill Murray spielt einen amerikanischen Action-Star, dessen Name in Japan offenbar besser klingt als in seiner Heimat und der nach Tokio kommt, um für viel Geld einen Werbespot für Suntory-Whisky zu drehen. Er spielt einen Mann, dem man ansieht, daß er unter seiner ungerührten Oberfläche eigentlich außer sich ist, und ist zugleich in der Lage, sich den Film mit seiner jungen Partnerin Scarlett Johansson zu teilen, ihr jenen Raum zu lassen, der einen Dialog zwischen zwei verlorenen Seelen ermöglicht. Auch wenn sein Name der größere ist, ist dies kein Bill-Murray-Film, sondern ein Murray-Johansson-Film, um nicht einfach zu sagen, ein Sofia-Coppola-Film.

          Zwei Amerikaner in Japan, er in den Fünfzigern, sie in den Zwanzigern, er seit fünfundzwanzig, sie seit zwei Jahren verheiratet. Er führt sporadisch Telefonate mit seiner Frau, die vor allem wissen will, welche Farbe er sich für den Teppich im Arbeitszimmer vorstelle; sie ist hingegen gemeinsam mit ihrem Mann (Giovanni Ribisi) in Tokio, der aber als Starfotograf anderes im Sinn hat, als sich um seine junge Gattin zu kümmern. So lassen sich die beiden einsamen Seelen durch das Luxushotel treiben, von Air-condition und gedämpfter Beleuchtung in jene Watte gepackt, durch die das wirkliche Leben nicht mehr spürbar ist. Es spricht sehr für Sofia Coppolas Talent, daß sie es schafft, die unmögliche Balance zwischen Wachen und Träumen zu halten.

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