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Fernsehserie „Entourage“ : Hier persiflieren sich die Stars von Hollywood

  • -Aktualisiert am

Würde man das Leben des Rappers und Schauspielers Mark Wahlberg verfilmen, käme so etwas wie die Serie „Entourage“ heraus. Ein halb voyeuristischer, halb satirischer Blick hinter die Kulissen Hollywoods. Kein Zufall, dass Wahlberg die Serie selbst produziert.

          Eigentlich hatte Doug Ellin mit „Entourage“ etwas ziemlich Düsteres im Sinn: „Eine Art Sopranos Junior in Hollywood“, sagt der vierzigjährige Drehbuchautor, habe er 2004 für den amerikanischen Abosender HBO geschrieben. Es war die Geschichte eines aufstrebenden jungen Stars im Haifischbecken der Filmstadt, der nach einem Megaflop die Tiefen des Schauspielerdaseins erlebt.

          Doch bei HBO machte man lange Gesichter. „Wer, fragte man, würde das sehen wollen? Warum nicht lieber eine Serie über einen erfolgreichen jungen Star? Er kann ja im Laufe der Show immer noch abstürzen.“ Also schrieb Ellin sein Drehbuch zu einem wilden Ritt um, den der junge New Yorker Vincent Chase (Adrian Grenier) im Kreis von drei alten Schulfreunden bei seinem Aufstieg in Hollywood erlebt: Mit „Aquaman“ landet er bald nach seiner Ankunft einen potentiellen Riesenhit, dessen Rekordquote von einem Stromausfall bedroht wird. Sein Status als Star hebt zwar sein Ansehen bei den Schönheiten der Stadt, doch Hollywoods Regie-Meister, die Vince als Nächstes ins Auge fasst, rümpfen die Nase.

          Mark Wahlberg als Filmvorlage

          „Entourage“ ist teils Superstar-Fantasie, teils messerscharfer Blick hinter die Kulissen der Filmstadt. Während Vince als naiver, hinreißend gutaussehender Sonnyboy Mädchen abschleppt und seine black card, die berühmte, nach oben offene Kreditkarte, einsetzt, als sei er Tom Cruise, fungiert seine Entourage mal als Puffer, mal als Verstärker für die Hollywood-Dramen. Sein älterer Halbbruder Johnny Chase (Kevin Dillon) ist der Einfaltspinsel der Truppe, der für den Rest kocht und mit bemühter Coolness versucht, die eigene Karriere in Schwung zu bringen. Eric (Kevin Connolly), den alle nur „E“ nennen, ist von Vincent zu seinem Manager gemacht worden und muss das Gegengewicht zu dessen Erfolgsrausch bilden - und sich an den rauhen Ton in Hollywoodkreisen gewöhnen. Und Turtle (Jerry Ferrara), der als Fahrer dient, freut sich eigentlich immer bloß auf die nächste Party.

          Sein Leben als Vorlage für eine Serie: der Musiker und Schauspieler Mark Wahlberg

          Inspiration für die Figur des Vincent bot der Werdegang des Musikers und Schauspielers Mark Wahlberg, der für seine Darstellung des Polizisten Bryce Dignam in „Departed - Unter Feinden“ 2007 eine Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle erhielt. Wahlberg produziert die Serie nun auch. Die drei Freunde von Vince sind lose an Wahlbergs eigene Entourage angelehnt, doch statt des knallharten Straßenjungen mit krimineller Vergangenheit - Wahlberg saß einst für einen bewaffneten Raubüberfall ein, bei dem er einen Mann schwer verletzte - steht nun ein sonniges Gemüt im Zentrum der Serie. HBO wollte eben eine Komödie.

          Prominente Gaststars

          Für die Geschichte um den fiktiven Blockbuster „Aquaman“ lehnte sich der Drehbuchautor Ellin an Tobey Maguires Wandel vom jungen Charakterdarsteller zum „Spider-Man“ an. Und Ellins eigener Agent, Ari Emanuel, stand Pate für den von Jeremy Piven verkörperten Ari Gold, einen großmäuligen, stets unter Volldampf stehenden Talentemakler, dessen wüste Konfrontationen mit Eric, Vince und den anderen zu den komödiantischen Höhepunkten der Serie zählen.

          Jeremy Piven wurde für seine Rolle mit einem Golden Globe und drei Emmys ausgezeichnet und avancierte zum Lieblingsfiesling des amerikanischen Serienfernsehens. Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass „Entourage“ satirische Schärfe besitzt. Und es ist Mark Wahlberg, der immer wieder prominente Gaststars für Persiflagen ihrer selbst gewann. Jessica Alba und Scarlett Johansson, James Cameron und Dennis Hopper, Mary J. Blige und Snoop Dogg gaben sich die Ehre. Zuletzt schaute Martin Scorsese vorbei.

          Satire oder Dokumentation

          „Hier in Hollywood“, sagt Ellin, „sehen erschreckend viele Leute die Serie weniger als Satire denn als Quasi-Dokumentation.“ Jerry Ferrara, der Turtle verkörpert, sagt lachend, er habe leider noch immer keine black card, und vor seinem eher bescheidenen Haus stünden auch keine teuren Autos herum. Aber die Serie gebe das Schauspielerleben in Hollywood - die Jagd nach Rollen, den Versuch, eine Karrierestrategie zu entwerfen und damit bisweilen dramatisch zu scheitern - recht akkurat wieder. Das bestätigt auch Kevin Connolly, der „E“ spielt. Als enger Freund von Toby Maguire und Leonardo Di Caprio erlebte er mit, „wie Leo mit ,Titanic' über Nacht zum Superstar wurde. Wir waren zwanzig Jahre alt, und wir flogen um die Welt und feierten.“ Vierzehn Jahre danach, sagt er, gestalte sich sein Leben etwas gesetzter.

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