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Fernsehfilmfestival : Das wahnwitzige Duell

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Ulrich Tukur als LKA-Ermittler Felix Murot in der leichenreichen„Tatort“-Folge „Im Schmerz geboren“ Bild: dpa

Beim Fernsehfilmfestival in Baden-Baden räumt ein Krimi alle Preise ab - und zwar der „Tatort“ mit den meisten Toten. Doch das gab nicht den Ausschlag für den Film „Im Schmerz geboren“.

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          Die „Tatort“-Episode „Im Schmerz geboren“ war großes Theater im Fernsehen. Nicht nur des großen Showdowns wegen, bei dem man mit dem Zählen der Opfer (mehr als fünfzig) gar nicht mehr mitkam. Es war vielmehr eine Runde Shakespeare am Sonntagabend, mit Ulrich Tukur und Ulrich Matthes als Kontrahenten auf Leben und Tod und Alexander Held als ins Jenseits befördertem Erzähler. Überzeugt hat der „Tatort“ nun auch die Jury des Fernsehfilmfestivals Baden-Baden. „Im Schmerz geboren“ erhielt dort am Freitagabend den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

          „Das wahnwitzige Duell zwischen dem Kommissar und seinem rachedurstigen Antagonisten wird niemand vergessen“, meinte die Jury. Der HR-“Tatort“ des Regisseurs Florian Schwarz und des Drehbuchautors Michael Proehl sei altmodisch und innovativ zugleich. Er sei „frech, aber auch hingebungsvoll archäologisch, er ist amüsant, eigenwillig und setzt große Bilder in die Welt, die auch im Fernsehen nicht klein aussehen“.

          Der Autor schafft sich ab

          Die Zuschauer sahen das nicht anders - der 3sat-Zuschauerpreis ging ebenfalls an „Im Schmerz geboren“. Die zwölf Filme, die im Wettbewerb standen, hatte 3sat in dieser Woche allesamt ausgestrahlt. Die Studentenjury mit Absolventen der Filmhochschulen in Ludwigsburg und Babelsberg schloss sich dem Votum an. Auch sie zeichnete den „Tatort“ aus.

          Und auch ein zweites gelungenes Experiment der ARD wurde mit einer Ehrung bedacht: Für „Altersglühen - Speed Dating für Senioren“ (WDR/NDR) erhielt der Autor, Regisseur und Schauspieler Jan Georg Schütte  einen Sonderpreis für Idee und Konzept. Die Jury lobte das „herrliche Experimentierfeld“: Die Schauspieler kannten nur die Biographie ihrer Figur, jede Szene wurde nur einmal gedreht und frei improvisiert. „Paradox genug dabei ist, dass sich der Ideengeber als Autor abschafft, die Schauspieler als Autoren einsetzt, aber zugleich derjenige bleibt, ohne den alles nichts wäre.“

          Der Darstellerpreis ging in Baden-Baden an Charly Hübner für seine Rolle als Oberstleutnant Harald Schäfer in „Bornholmer Straße“ (MDR/ARD Degeto/RBB) - der Komödie, die vom Fall der Mauer aus der Perspektive überforderter Grenzsoldaten erzählte. „Für diese große Kunst mimetischen Dolmetschens - große Komödianten übersetzen fremd-ferne Dramen, ohne sie dabei leichtfertig zu beschädigen“, zeichne man den „vielgesichtigen, hinreißenden Charly Hübner aus“, so die Jury.

          Der Hans Abich Preis für „besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm“ ging schließlich an Liane Jessen, die Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, aus deren Produktionsschmiede ebenfalls der Film stammt, in dessen Zeichen die Preisverleihung in Baden-Baden stand alles „Im Schmerz geboren“.
           

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