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Fernsehen : „Bauer sucht Frau“ für Grimme-Preis nominiert

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Eine Liebe für den Grimme-Preis? „Bauer sucht Frau” Bild: dpa

„Switch Reloaded“ und „Schlag den Raab“, „Contergan“, „Das Schweigen der Quandts“ und sogar „Bauer sucht Frau“: 59 Fernsehsendungen sind für den Grimme-Preis nominiert. Einen Sonderpreis bekommt Iris Berben.

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          Iris Berben wird bei der diesjährigen Grimme-Preis-Verleihung die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes erhalten. Verbandsdirektor Ulrich Aengenvoort sagte am Donnerstag in Marl, die Schauspielerin werde für ihre „programmprägenden Leistungen“ und ihr gesellschaftliches Engagement geehrt. Berben stehe für einen großen Farbenreichtum im deutschen Fernsehen. Zudem nutze sie ihre Popularität, um beharrlich gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus zu streiten und für den deutsch-israelischen und den christlich-jüdischen Dialog einzutreten.

          Der Direktor des Adolf-Grimme-Instituts, Uwe Kammann, stellte die 59 Nominierungen für die Grimme-Preise vor. Auf eine Auszeichnung in der Kategorie Unterhaltung können auch Stars des Privatfernsehens hoffen. Nominiert sind unter anderem Sendungen mit Anke Engelke, Bastian Pastewka und Stefan Raab. Kammann sagte, die Kategorie Unterhaltung habe sich 2007 eher schwach präsentiert. Hier seien vorwiegend „Klassiker“ des Genres positiv bewertet worden.

          Insgesamt haben drei Vorauswahl-Kommissionen 59 Nominierungen aus den 653 Vorschlägen gefiltert. Im Bereich Fiktion lobte Kammann die stilsicheren Regisseure, herausragende Schauspieler und eine „große Dichte an sehr guten bis herausragenden Filmen“. Bei den Informations- und Kultursendungen zeichne sich das vergangene Jahr durch eine Reihe sorgfältig recherchierter und handwerklich sauberer Reportagen aus.

          Privatsender fast nur im Bereich Unterhaltung nominiert

          Die Chancen der privaten Sender liegen fast ausschließlich im Bereich Unterhaltung. Sie stellen die Hälfte der 14 Nominierungen in dieser Kategorie, darunter „Switch Reloaded“ und „Schlag den Raab“ (beide ProSieben) sowie „Fröhliche Weihnachten!“ mit Engelke und Pastewka (Sat1). Nur wenige neue Formate hätten überzeugt, darunter die partnersuchenden Landwirte von „Bauer sucht Frau“ (RTL). Das ZDF sei mit der Kabarettsendung „Neues aus der Anstalt“ (Fernsehkritik: „Neues aus der Anstalt“ (ZDF)) vertreten, der WDR mit dem „Poetry Slam“.

          In der Kategorie Fiktion verloren die Privatsender hingegen deutlich an Boden. Nur ProSieben erhielt mit der Krimiparodie „Dr. Psycho“ eine Nominierung (Ein Gespräch mit dem Entertainer Christian Ulmen). Ebenfalls Chancen auf die begehrte Auszeichnung haben unter anderem „Contergan“(ARD/WDR) (Der Kampf um den Fernsehfilm „Contergan“), „Duell in der Nacht“ (ZDF, Der Kommissar und das „Duell in der Nacht“ (ZDF)) und „Rose“(ARD/WDR/BR/ARTE). Auch das Krimi-Genre ist gut vertreten, unter anderem mit „Unter Verdacht: Das Geld anderer Leute“ (ZDF), dem Tatort „Unter uns“(ARD/HR), und „Sperling und die kalte Angst“. Aber auch andere Formen des Fernsehfilms seien überzeugend realisiert worden: So hätten Matthias Schweighöfer und Fritzi Haberlandt den Film „Ein spätes Mädchen“ (ARD/HR) zu einer eindringlichen Seelenstudie gemacht. Besonders auffällig sei zudem die Leistung von Katharina Wackernagel: Sie spielte mit „Die Boxerin“, „Mein Mörder kommt zurück“ (beide ZDF) und „Contergan“ gleich in drei nominierten Filmen die Hauptrolle.

          Die Kategorie Information und Kultur wird auch 2007 wieder von den öffentlich-rechtlichen Sendern dominiert. Hier reiche die Bandbreite von „journalistischen Glanzstücken“ wie „Das Schweigen der Quandts“ (ARD/NDR, Fernsehkritik: „Das Schweigen der Quandts“) über „Wildfremd Junge Einwanderer in Deutschland“ bis zur Fußball-Dokumentation „Die besten Frauen der Welt“ (ARD/WDR). Allerdings hätte man sich Kammann zufolge mehr Experimentierfreude, mehr Abweichungen vom Herkömmlichen und mehr investigativen Journalismus gewünscht. Die Gewinner der zwölf Grimme-Preise werden am 19. März in Düsseldorf bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 4. April im Theater der Stadt Marl statt.

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