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Erfundener Terroranschlag : Blogger zu 12.000 Euro Strafe verurteilt

  • Aktualisiert am

Störung öffentlichen Friedens: Auf dem „Rheinneckarblog“ war über einen Anschlag mit mehr als 130 Toten berichtet worden. Bild: dpa

Mit einem Bericht über einen frei erfundenen Terroranschlag in Mannheim hat der Betreiber des Rheinneckarblogs Leser verängstigt. Jetzt wurde er vor dem Amtsgericht verurteilt.

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          Wegen eines Artikels über einen ausgedachten Terroranschlag ist der Betreiber des Mannheimer Online-Portals „Rheinneckarblog“ zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro verurteilt worden. Mit dem Bericht habe der Blog-Redaktionsleiter Hardy Prothmann den öffentlichen Frieden gestört, hieß es in der Begründung des am Montag vom Amtsgericht Mannheim verkündeten Urteils. „In dem Moment, in dem der durchschnittliche Leser anfängt zu googeln, ist die Störung des öffentlichen Friedens bereits eingetreten“, erklärte die Richterin. Prothmann kündigte an, in Berufung zu gehen (AZ: 20 Cs 806 Js 10181/18).

          Auf dem „Rheinneckarblog“ war im März ein Bericht über einen angeblichen Terroranschlag in Mannheim - den „bisher größten in Westeuropa“ - veröffentlicht worden. In dem Artikel hieß es, es habe 136 Tote und 237 Verletzte gegeben. Rund 50 Angreifer hätten für ein „Blutbad apokalyptischen Ausmaßes gesorgt“.

          Die Staatsanwaltschaft erklärte, bei dem realistisch geschriebenen Artikel sei nicht für jeden Leser sofort erkennbar gewesen, dass es sich um einen frei erfundenen Text gehandelt habe. Bei der Polizei erkundigten sich etwa fünf bis zehn Bürger nach dem angeblichen Terroranschlag, der Text wurde den Angaben zufolge rund 20.000 Mal aufgerufen und von rund 400 Menschen kommentiert.

          Prothmann selbst äußerte sich vor Gericht nicht. Nach dem Erscheinen des Artikels erklärte er allerdings, dass im Text ausreichend Informationen vorhanden seien, die den Artikel als fragwürdig erscheinen ließen. Als Beispiel führte er unter anderem an, dass statt vom Bundeskanzleramt vom „Bundeskanzlerinnenamt“ die Rede gewesen sei. Die Redaktion habe mit dem Beitrag eine Debatte über „Fake News“ und mögliche Bedrohungslagen anregen wollen.

          Vom Deutschen Presserat wurde der „Rheinneckarblog“ für die Erfindung des Terroranschlags gerügt. Die Redaktion habe „damit dem Ansehen der Presse massiv geschadet“, erklärte der Rat.

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