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Zukunft des Hörfunks : Das digitale Radio braucht einen fairen Wettbewerb

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Für die Landesmedienanstalten spielt bei der Digitalisierung des Hörfunks die terrestrische Verbreitung weiterhin eine wichtige Rolle. Deshalb unterstützen die Landesmedienanstalten die Markteinführung von DAB mit zahlreichen Maßnahmen. Die Landesmedienanstalten sprechen sich für die Einrichtung eines zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex aus und werden die entsprechenden Kapazitäten nach einem Frequenzzuordnungsverfahren bundesweit ausschreiben. Für ihren jährlichen Digitalisierungsbericht beauftragen die Landesmedienanstalten eine Studie über Stand und Entwicklung der Digitalisierung des Hörfunks in Deutschland und legen damit jährlich aktuelle Zahlen vor. Die von den Landesmedienanstalten 2015 beauftragte Reichweitenstudie hat den Anbietern von privaten Digitalradioprogrammen erstmals repräsentative Reichweitendaten zur Werbevermarktung geliefert. Im Jahr 2016 werden sich die Landesmedienanstalten an einer Studie beteiligen, deren Zielsetzung es ist, die Grundlage für einen Ausweis regelmäßiger Reichweitendaten von DAB+-Angeboten zu schaffen.

Kein konkreter Abschalttermin

Die Forderung nach einem konkreten Abschalttermin für UKW ist in der aktuellen Situation nicht förderlich. Die Hörfunkverbreitung über UKW muss für die privaten Anbieter so lange gegeben sein, solange sie UKW für eine erfolgreiche Vermarktung benötigen. Eine Abschaltung der UKW-Verbreitung für die privaten Hörfunkprogramme muss folglich von den Unternehmen selbst bestimmt werden können. Dabei muss aber auch klar sein, dass UKW-Frequenzen, die der öffentlich-rechtliche Rundfunk abschaltet, keiner weiteren Verwendung im Hörfunk zugeführt werden dürfen.

Die privaten Anbieter müssen sich in DAB+ engagieren, und sie werden es, sollte die Nutzung von DAB+ in den kommenden Jahren die Zwanzig-Prozent-Grenze überschreiten. Diese Marke erscheint vor dem Hintergrund der Entwicklung in den zurückliegenden Jahren durchaus realistisch. Dabei bietet DAB+ die Chance, die technischen Nachteile und Versorgungsprobleme vor allem von lokalen und regionalen UKW-Radios zu beheben und damit Chancengleichheit in der Versorgung zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk sowie innerhalb des privaten Rundfunks herzustellen.

Fördermaßnahmen von Landesmedienanstalten für die DAB+-Verbreitung von lokalen und regionalen Hörfunkprogrammen zeigen, dass die bereitgestellten Übertragungskapazitäten weitgehend vollständig nachgefragt werden. Dass DAB+ für private Anbieter attraktiv sein kann, belegen die Beispiele München und Nürnberg, wo neben bundes- und landesweiten Angeboten auch lokale Programme ausgestrahlt werden. Insgesamt stehen den Hörern dabei 48 beziehungsweise 47 Programme zur Verfügung, davon dreißig beziehungsweise 26 Programme von privaten Anbietern. Die Anzahl der lokalen Bewerber war in beiden Städten höher als die zur Verfügung stehenden Kapazitäten.

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Jürgen Brautmeier, Chef der Landesmedienanstalt in Düsseldorf, und Marc Jan Eumann, Medienstaatssekretär von NRW haben an dieser Stelle die Debatte über das digitale Radio eröffnet und kritisiert, wie der Wechsel von UKW auf DAB hierzulande vonstattengeht. Die ARD-Intendanten Willi Steul, Karola Wille und Ulrich Wilhelm haben geantwortet. Heute schreibt Siegfried Schneider über den Stand der Dinge aus Sicht der Landesmedienanstalten, die den Markt der privaten Rundfunkanbieter regulieren.

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