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Facebooks „Media“ : Ein Hauch von PR-Agentur

  • -Aktualisiert am

Viralität mit Ansage: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg stellt sich der ALS-Ice Bucket Challenge. Bild: dpa

Mit einem neuen Tool will Facebook es Unternehmen und Personen der Öffentlichkeit noch leichter machen, Kunden und Unterstützer online zu organisieren und bei Laune zu halten.

          Mit der Einführung des Zusatzangebotes „Media“ reagiert Facebook folgerichtig darauf, dass das als soziales Netzwerk gestartete Angebot zunehmend von Institutionen und Marken zur Imagepflege und Steigerung der eigenen Bekanntheit verwendet wird. Bereits seit Jahren versuchen Stars über Facebook, eine größere Nähe zu ihren Fans zu schaffen, kommunizieren Unternehmen, nicht zuletzt solche aus dem Medienbereich, ihre Inhalte und festigen Kundenbindungen.

          So verwundert es wenig, dass die nun vorgestellten Beispiele und zusätzlichen Angebote nur bedingt wirklich Neues bereithalten. Vielmehr hat man das Gefühl, als hechele Facebook einem sich schon lange verbreitenden Trend hinterher, auf den der Konzern nun durch Professionalisierung der bekannten Praktiken reagiert.

          Wie erstelle ich eine Fanseite?

          Mithilfe von „Facebook Media“ soll in erster Linie die Verwaltung von Firmenprofilen und Fanseiten von Stars und anderen Marken vereinfacht werden. „Vergrößern Sie ihre Anhängerschaft und binden Sie sie sein“, heißt es auf der Website des neuen Produktes. „Teilen Sie Videos“ und „fügen Sie Like- und Share-Buttons auf ihrer Homepage ein.“ Solcherlei goldene Regeln sollten mittlerweile den meisten Social Media-Managern bekannt sein.

          Der Support von „Facebook Media“ fängt ganz vorne an. Es wird erklärt, wie man als Künstler oder Manager eines Unternehmens eine Seite erstellt, diese mithilfe des blauen Häkchens für jeden Nutzer sichtbar verifiziert und wie der Name der Seite verändert werden kann. Unter dem Reiter „Managing Your Page“ erfährt der zukünftige Seitenverwalter alles über Seitenverwaltung und Nutzerdaten der Fan-Schar.

          Vom sozialen Netzwerk zur Agentur

          Was zudem möglich ist, wenn man als Nutzer eine Marketing-Partnerschaft mit Facebook eingeht, bebildern die „Success Stories“ recht imposant. Zur Premiere der vierten Staffel „Game of Thrones“ beispielsweise beantworteten Seriendarsteller Fan-Fragen auf Facebook. Hier wurde zudem exklusiv ein erster Trailer der neuen Staffel gezeigt. „Game of Thrones“ erfreut sich auch nach Beendigung der vierten Staffel in Amerika im Internet ungebrochener Beliebtheit. Keine Serie ist derzeit online omnipräsenter und produziert mit so großer Regelmäßigkeit virale Inhalte. Die Facebook-Kampagne dürfte ihren Teil dazu beigetragen haben.

          Facebook geht bei der Verbreitung und Vermarktung nicht-privater Inhalte in die Offensive und entfernt sich damit einen weiteren Schritt vom rein sozialen Netzwerk. Als PR-Dienstleister bietet das Unternehmen unter anderem gesonderte Erfolgstipps für Journalisten, Sportler, Musiker und Politiker an. Eine hohe Reichweite im sozialen Netzwerk ist für viele Berufsgruppen längst unverzichtbar geworden. Facebook hat das erkannt und handelt dementsprechend.

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