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Facebooks „Like“-Button : Bringe alle deine Freunde zu uns

  • -Aktualisiert am

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der f8-Konferenz in San Francisco Bild: AFP

Auf Facebook verrät der „Like“-Button, was die Nutzer mögen. Nun will das Unternehmen diese Funktion auf jeder Internetseite verankern - und damit so viele Daten sammeln wie noch nie.

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          Kurz bevor Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in der vergangenen Woche so tat, als bringe er der Welt ein neues Wunder, wurde das Lied „All these things that I’ve done“ gespielt. Wer auch immer bei der Facebook-Entwickler-Konferenz „f8“ für die Musikauswahl zuständig war, er hatte gute Arbeit geleistet. Denn erstens peitschte der Song der „Killers“ die ohnehin schon aufgeregten Massen auf. Und zweitens hätte Zuckerberg, von seinen Fans „Zuck“ genannt, hinter der Bühne allen Grund zum Grinsen gehabt, als die Zeile „While everyone’s lost, the battle is won“ erklang. So würde er es gleich auf der Bühne natürlich nicht ausdrücken. Aber die Richtung, die stimmte. „Es steckt viel Zauber in all den Details“, sagte er schließlich, als er das Wunder vorgestellt hatte. Das klang netter.

          Was Zuckerberg und sein Team entwickelt haben, um Facebook mächtiger zu machen, betrifft nicht weniger als das ganze Internet. Zuckerberg sagte, es sei das „transformativste Ding, das wir je für das Internet gemacht haben“, aber natürlich soll das Internet vielmehr etwas für Facebook tun. Um nämlich Ordnung hineinzubringen in das Chaos aus Links, Bekanntschaften und Vorlieben, möchte Zuckerberg alle Daten miteinander verbinden. Dadurch werde das Internet sozialer, personalisierter und schlauer, sagte er, der in Kapuzenpulli und Jeans auftrat, als ginge es hier nicht um das große Geld und eine Revolution. Dabei klingt zunächst harmlos, was er in San Francisco präsentiert: Um „Social Plugins“ ging es vor allem. Das sind Programme, die in eine andere Software integriert werden, wie etwa solche, mit denen man auf Internetseiten Musik hören kann.

          Versteckter Nutzen eines Freundschaftsdiensts

          Bei Facebook aber geht es nicht um Musik, sondern um Daten. Darum, was jemand gerne liest, mit wem er befreundet ist, wie oft er sich einloggt, welche Werbung bei ihm erfolgreich sein dürfte. Um solche Daten zu sammeln, gibt es auf Facebook den „Like“-Button. Gefällt einem die Statusanzeige eines Freundes („Bin im Urlaub“), eine Freundschaft zweier Bekannter oder eine Ankündigung, kann man auf diese Schaltfläche klicken und seinen Freunden zeigen, dass man sich dafür begeistert. Das soll nun auf jeder Internetseite möglich sein, die bereit ist, das anzubieten. Schon seit einiger Zeit ermöglichen viele Betreiber ihren Besuchern, Freunde via Facebook auf Gelesenes aufmerksam zu machen. Doch damit fließen die Daten nur von externen Seiten zu Facebook, nicht aber zurück. Das wird nun anders.

          Und damit sehr verlockend für jeden, der von der Datenmacht des Konzerns profitieren will. Dazu gehört die „Washington Post“, die auf ihrer Internetseite die neuen Plugins eingebaut hat. Dort kann man sich mit seinem Facebook-Login anmelden und Artikel lesen, für die man sich sonst erst bei der Zeitung registrieren müsste. „Veröffentliche Inhalte auf deiner Pinnwand“, heißt es, ein Pfeil symbolisiert das Tauschgeschäft: „Bringe deine Freunde hierher.“ Gefällt einem ein Artikel der Zeitung, kann man das zeigen, indem man den „Like“-Button drückt. Das ist sehr nützlich für die „Washington Post“, weiß sie doch so, welche Artikel besonders aufgenommen werden – und von wem. Musste sie sich bisher mit Klickzahlen zufriedengeben, erfährt sie nun, welcher Leser was gut findet. Weil das Plugin zu Facebook gehört, übermittelt es alle Benutzerdaten an die „Washington Post“ – Klarnamen, Wohnorte und Interessen.

          Aufteilung des Datenkuchens

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