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Unpassende Facebook-Beiträge : Kontrollgremium braucht mehr Zeit

  • Aktualisiert am

Sucht noch Experten: Mark Zuckerberg Bild: AP

Ein unabhängiges Gremium soll bei Facebook über anstößige Inhalte entscheiden. Pläne dafür gibt es schon seit einem Jahr. Nun wurde die Vorstellung der Experten noch einmal verschoben.

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          Das unabhängige Gremium zur Überprüfung von mutmaßlich unangemessenen Posts bei Facebook wird doch erst im kommenden Jahr zusammengestellt. Die ersten zwanzig Mitglieder will das Online-Netzwerk im Januar 2020 bekannt geben. Offenbar haben sich überraschend viele Interessenten gemeldet, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Bei Umfragen in 88 Ländern seien mehr als 1000 Anwärter nominiert worden, darunter Juristen, Verleger, Journalisten, aber auch ehemalige Staatschefs und Nobelpreisträger.

          Das Online-Netzwerk will rund 40 Experten für das Gremium gewinnen. Ein Teil der Mitglieder sollten nach bisheriger Planung noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Die ersten Streitfälle hätten dann schon Anfang kommenden Jahres verhandelt werden können. Nun kündigt Facebook an, die drei Vorsitzenden und die ersten 20 Mitglieder voraussichtlich im Januar bekanntzugeben.

          Das Kontrollgremium soll über kontroverse Fälle beraten und Facebook Empfehlungen geben, wie mit anstößigen Inhalten umzugehen ist. Es geht dabei unter anderem um die Darstellung von Gewalt, Pornografie und kriminellem Verhalten im Allgemeinen.

          Mit einer Finanzierung von 130 Millionen Dollar, die Facebook für den Einsatz der Instanz erhält, sollen für mindestens sechs Jahre die Kosten gedeckt sein. Die Mitglieder werden für ihre Arbeit über einen Treuhandsfonds entlohnt. Sie werden jeweils drei Jahre für das Netzwerk tätig sein.

          Mark Zuckerberg hatte Pläne für ein solches Aufsichtsgremium schon Ende vergangenen Jahres vorgestellt. Der Facebook-Chef steht wegen der Löschpolitik des Netzwerks immer wieder in der Kritik. Eine unabhängige Kontrollinstanz soll für mehr Transparenz sorgen.

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