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Facebooks Corona-PR-Strategie : Aus dem Homeoffice macht er Politik

Zuckerberg kritisiert Twitter und stellt sich hinter Trump. Bild: fox

Mark Zuckerberg hat die Krise genutzt, um das Image von Facebook aufzupolieren. Jetzt kommt ihm der Streit zwischen Trump und Twitter in die Quere.

          5 Min.

          Der Raum mit der weißen, vertäfelten Holzwand im Hintergrund ist die Kommandozentrale der PR-Offensive. Von hier aus führt Mark Zuckerberg seine Gespräche, von hier aus steuert er gerade den Facebook-Konzern. Zuckerberg, der als medienscheu galt, ist sehr präsent zurzeit. Das zeigt sich auf seinem Facebook-Konto. Vor der Krise postete er alle paar Tage ein Bild, meist gemeinsam mit seiner Frau Priscilla Chan. Kontrollierte Aufnahmen, die das Paar beim Skifahren, Wandern oder Sekttrinken an ihrem Dating-Jubiläum zeigten. Zwischendurch verbreitete er Neuigkeiten seines Unternehmens.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seit Ausbruch der Krise hat sich die Schlagzahl erhöht. Mehrmals täglich gab es Posts über neue Maßnahmen, etwa gegen die Verbreitung von Falschmeldungen. Alle paar Tage streamte Zuckerberg live Gespräche mit „Experten für Infektionskrankheiten“, so kündigte er sie immer an. Schon am 20. März sprach Zuckerberg mit Anthony Fauci, dem wichtigsten medizinischen Berater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Zehn Tage später trafen Priscilla Chan und Zuckerberg sich digital mit Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, es folgten Interviews, Live-Veranstaltungen auf CNN. Mitte Mai gab es einen einstündigen Digitalgipfel zwischen Zuckerberg und Thierry Breton, dem EU-Binnenmarktkommissar. Am vergangenen Donnerstag folgte ein Interview mit dem Fernsehsender Fox News.

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