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Facebooks App „Paper“ : Mark Zuckerberg liest vor

Will gestreichelt werden: Facebooks neue App „Paper“ Bild: Facebook

Blättern, formen, falten: Facebooks neue App „Paper“ macht sich die Presse zunutze. Und setzt bei der Auswahl der Inhalte auf Menschen statt auf Maschinen.

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          Seit fünf Jahren, die Hälfte der Zeit, die das soziale Netzwerk existiert, spricht sein Gründer Mark Zuckerberg nun schon von Facebook als einer personalisierten Zeitung. Jetzt hat das Unternehmen eine neue App vorgestellt, die von Montag an in Amerika zunächst für iPhones verfügbar sein soll. Unter dem schlichten Namen „Paper“ bietet sie einen Tag vor dem zehnjährigen Bestehen des Netzwerks dessen verfügbare Inhalte in einer tatsächlich an eine Online-Zeitung erinnernden Anmutung an: zum Blättern und Auffalten, nach Ressorts sortiert, aus denen jeder Nutzer eine Auswahl treffen und hinter der eigenen Timeline mit den Neuigkeiten seiner Kontakte anordnen kann. Auch die eigenen Facebook-Einträge werden in der „Paper“-App in elegantem, großzügigem Layout gezeigt. Die Nutzer haben die Möglichkeit, sich vorab anzuschauen, wie ihre Veröffentlichung aus der Sicht anderer aussehen wird.

          Dass auf die gleichwertige Präsentation der Nutzerbeiträge so großer Wert gelegt wird, hat seinen Grund: Mit der Zusammenstellung von journalistischen Inhalten allein beträte Facebooks „Paper“ einen Markt, auf dem sich schon einige Anbieter etabliert haben. Die App „Newsstand“ („Zeitungskiosk“) ist auf iPhones und iPads vorinstalliert. Erst im November hat Google mit seiner App gleichen Namens den seit 2011 angebotenen Reader „Currents“ abgelöst. Und die App „Flipboard“ zählt nach eigenen Angaben bereits über 85 Millionen Nutzer.

          Nach menschlichem Ermessen

          Die „Paper“-Rubriken weichen von den gebräuchlichen redaktionellen Bereichen ab: Zwar versammelt „Headlines“ der Beschreibung nach schlicht die „entscheidenden Nachrichten und Analysen aus den besten Quellen der Welt“. Und was sich hinter Rubriken wie „Tech“ und „Planet“ verbirgt, ist leicht vorstellbar. Wie und womit sich aber Bereiche wie „LOL“ (die im Internet gängige Abkürzung für einen Heiterkeitsausbruch, laugh out loud) oder „Cute“ füllen, wird man sehen.

          Erst vor zwei Monaten hatte Facebook angekündigt, sich allgemein mit einer Änderung im Suchalgorithmus „mehr um hochwertige Inhalte“ zu kümmern. Bei „Paper“ jedoch setzt das Unternehmen, wie das Techniknachrichtenportal „Recode“ berichtet, auf menschliches Ermessen: Die Auswahl der Beiträge in den Rubriken wird von bei Facebook beschäftigten Editoren getroffen.

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