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Facebook setzt auf „Topic Data“ : Den Unternehmen gefällt das

  • -Aktualisiert am

„DataSift“ bringt Ordnung rein: das „Facebook topic data ecosystem“ Bild: Facebook

Facebook vermarktet die Meinungen und Beiträge seiner Nutzer immer aggressiver und effizienter. Ihr neuster Coup heißt „Topic Data“ und soll den Unternehmen helfen, ihre Kunden besser zu verstehen.

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          Auch ein Unternehmen wie Facebook, das über 200 Milliarden Dollar wert ist, muss schauen, wo es bleibt. Da das vermeintlich soziale Netzwerk von seinen Nutzern unentgeltlich genutzt wird, ist der moderate Weg der Geldeinnahme, Werbeanzeigen zu schalten. Effektiver lässt sich das Unterfangen gestalten, indem man personalisierte Werbung und potentielle Kunden zusammenführt. Diese Praktik des Unternehmens ist nichts neues, daran hat man sich gewöhnt. Genauso daran, dass Facebook den Datenschutz eher sportlich sieht und für seinen Erhalt – milde ausgedrückt – wenig unternimmt. Doch nun hat Facebook bekannt gegeben, wie sie in Zukunft das Werben auf ihrem Netzwerk verbessern wollen. Dies wird durch „Topic Data“, ausgewertete Themendaten, geschehen.

          Auf ihrer Seite für Geschäftskunden stellt Facebook „Topic Data“ mit dem Untertiel „Learn what matters to your audience“ („Lerne, was deinem Publikum wichtig ist“) vor. „Topic Data“ soll den Werbepartnern zeigen, wie Facebooknutzer über ihre Marken, Produkte oder Events sprechen und was sie von ihnen halten. Ausgewertet werden hier die Kommentare und öffentlichen Posts. Privatnachrichten und klare private Informationen seien von der Auswertung, so Facebook, nicht betroffen. „Topic Data“ würde den jeweiligen Marketingabteilungen bloß helfen, bessere Entscheidungen bei der Vermarktung ihrer Produkte auf Facebook und anderen Medien zu fällen.

          Gefühl für die Marke messen

          Drei Beispiele auf verschiedenen Ebenen werden angeführt: Eine Marke könne, durch die Gespräche über ihre Produkte, auswerten, wie Kunden über die Marke denken und damit das Gefühl für die Marke vermessen. Händler von Bekleidung können Anhand der Gespräche ihrer Zielgruppen besser einschätzen, mit welchen Produkten sie ihre Lager und Schaufenster bestücken. Und Hersteller von Haarpflegeprodukten könnten beispielsweise durch das Wechselspiel von demographischen Daten ihrer Kunden und den geposteten Meinungen zu Feuchtigkeitsprodukten und ähnlichem  „ihre Zielgruppen besser verstehen“.  

          Die Auswertung der Daten selbst, wird jedoch an die Datenanalysefirma „DataSift“ ausgelagert. „DataSift“ arbeitet mit über zwanzig sozialen, nachrichtlichen und Blog-Netzwerken zusammen und versorgt nach eigenen Angaben über 1000 Firmen mit ihrer „Human Data“. Dabei stellt die Firma aber ihren respektvollen Umgang mit privaten Daten hervor, sowie die Sicherheit des Ganzen.

          Zur besseren Veranschaulichung des „Topic Data“-Mechanismus hat Facebook eine Graphik erstellt, die von „DataSift“ auf ihrem Blog treffenderweise „Facebook topic data ecosystem“ genannt wird. Man sieht das ungeordnete Gemenge der Kommentare, „Gefällt-mir“-Angaben und Postings der Facebook-Nutzer, die sich in einer Art „Facebook-Mauer“, die Sicherheit und Privatsphäre symbolisiert befinden. Die einzige Öffnung der Mauer ist ein Sieb mit dem Logo von „DataSift“, das die Nutzer sowie ihre geteilten Inhalte in Statistiken wirft. Die Auswertung der 1,4 Milliarden Facebooknutzer soll dabei anonymisiert ablaufen.

          Die Frage nach Facebooks Selbstverständnis – Soziales Netzwerk oder Portal für Werbekunden – kann man hiernach offen lassen. Das Unternehmen betreibt viel mehr Aufwand, seinen Werbepartnern das Netzwerk schmackhaft zu machen als seinen Nutzern. Bei aller Innovation für die Werbekunden gibt es nämlich keine Möglichkeit für die Nutzer, sich vor der effizient-personalisierten Werbung zu schützen. Außer natürlich: in Zukunft nicht mehr über kommerzielle Produkte mit Freunden auf Facebook zu sprechen, oder gar sein Profil zu kündigen.

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