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Nach Christchurch-Attentat : Facebook schränkt Live-Übertragung ein

  • Aktualisiert am

Nach den neuen Vorschriften, sagt eine Facebook-Sprecherin, wäre es dem Täter von Christchurch nicht möglich gewesen, sein Massaker in zwei Moscheen mit 51 Toten live auf der Plattform zu übertragen. Bild: AP

Vor dem „Christchurch-Gipfel“ in Paris hat Facebook die Regeln für Livestreams verschärft. Die Verbreitung von Gewaltvideos soll effektiver unterbunden werden. Aber wie?

          Zwei Monate nach dem Anschlag im neuseeländischen Christchurch verschärft Facebook die Regeln für Livestreams. Damit könnten Nutzer bei einem schweren Verstoß gegen die Vorgaben des Netzwerks für einen bestimmten Zeitraum von der Übertragung von Live-Videos ausgeschlossen werden, teilte der Konzern mit. Außerdem soll die Verbreitung von Gewaltvideos effektiver unterbunden werden. Nach den neuen Vorschriften wäre es dem Täter von Christchurch nicht möglich gewesen, sein Massaker in zwei Moscheen mit 51 Toten live auf der Plattform zu übertragen, sagte eine Sprecherin.

          Die Ankündigung von Facebook kam wohlweislich kurz vor der Eröffnung des „Christchurch-Gipfels “ in Paris, bei dem der französische Präsident Emmanuel Macron mit Politikern, Vertretern von Google, Twitter, Facebook und anderen Technologie-Konzernen über die Nutzung von Internetplattformen für extremistische Gewalt diskutieren will.

          7,5 Millionen Dollar für die Bilderkennung

          Facebook investiert den Angaben zufolge rund 7,5 Millionen Dollar, um gemeinsam mit Wissenschaftlern die Bilderkennung zu verbessern. Dafür arbeitet der Konzern mit drei amerikanischen Universitäten zusammen. Die Sprecherin erläuterte nicht, welche Verstöße künftig zu einem Ausschluss bei der Übertragung von Live-Videos führen und wie lange eine entsprechende Sperre gelten soll. In den kommenden Wochen sei geplant, die Einschränkungen auszudehnen. Als nächstes soll auch die Möglichkeit, Werbe-Anzeigen zu schalten, bei Regelverstößen eingeschränkt werden.

          „Facebooks Entscheidung, Beschränkungen für Livestreaming einzuführen, ist ein guter erster Schritt, um die Anwendung als Werkzeug für Terroristen zu begrenzen, und zeigt, dass der Christchurch-Call wirkt“, teilte Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern mit. Gemeinsam mit Macron will sie als Reaktion auf den Anschlag am 15. März Schritte zur Beseitigung terroristischer Inhalte auf Online-Seiten vereinbaren.

          Der Christchurch-Attentäter übertrug seinen Angriff live über Facebook. Nach Facebook-Angaben wurde das Video insgesamt etwa 4000 Mal angesehen, bevor es entfernt wurde. Das Massaker löste weltweit eine Debatte aus, welchen Anteil Internetplattformen an der Radikalisierung von Gewalttätern haben. Facebook hatte nach eigenen Angaben allein in den ersten 24 Stunden 1,5 Millionen Videos von den Attacken gelöscht.

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