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Accounts Verstorbener : Wer erbt mein Facebookprofil?

Aus einem Profil wird eine Kondolenzseite: Facebooknutzer können ihren Nachlassverwalter bestimmen. Bild: AP

Facebook führt eine neue Funktion ein: Accountinhaber in den Vereinigten Staaten können ihr Profil künftig an einen „Nachlasskontakt“ vererben.

          2 Min.

          Was geschieht mit einem Facebook-Account, wenn der Inhaber stirbt? In einem so großen Netzwerk, in dem sich Freundes- und Familienkreise überschneiden, ist der Umgang mit den Accounts Verstorbener auch für die Hinterbliebenen nicht ganz unwichtig. Bislang blieb die Seite meist einfach stehen, und Freunde und Familie kondolierten und schrieben letzte Worte – im schlimmsten Fall unter Titelbilder, mit denen man nicht unbedingt bis in alle Ewigkeit in Erinnerung bleiben möchte.

          Andrea Diener
          Redakteurin im Feuilleton.

          In den Vereinigten Staaten ändert sich das nun: Facebook-Accounts können ab sofort vererbt werden, meldete das Unternehmen am Donnerstag. Das geschieht, indem man einen sogenannten „Legacy Contact“ – „Nachlasskontakt“ – benennt, einen Nutzer, der im Todesfall die Seite pflegen soll. Bereits jetzt schon gibt es ein Verfahren, um einen Todesfall zu melden, das in schönstem Formulardeutsch „Antrag auf Herstellung des Gedenkzustandes“ heißt. Seiten können dann nicht verändert werden, außerdem erscheinen die Profile nicht anderen Nutzern als Freundesvorschläge unter „Personen, die du vielleicht kennst“ oder mit Vorschlägen, Seiten zu liken.

          Erben können Profilbilder ändern

          Das neue Verfahren des Nachlasskontakts geht darüber hinaus. Der Erbe kann zum Beispiel Profilbild und Titelbild ändern. Die üblichen milden Geschmacklosigkeiten und Witzeleien bleiben so nicht bis in alle Ewigkeit an prominenter Stelle stehen. Nachlassverwalter dürfen Nachrichten posten, oben anpinnen und Freundschaften annehmen. Auf diese Weise kann etwa der Beerdigungstermin bekannt gemacht werden. Mit der Übernahme erscheint außerdem das Wort „Remembering“ über dem Namen des verstorbenen Users, um auf den ersten Blick kenntlich zu machen, dass es sich um eine Kondolenzseite handelt. Bereits jetzt werden Seiten im Gedenkzustand mit dem deutschen Zusatz „In Erinnerung an“ versehen.

          Wenn der Verstorbene es so verfügt, kann der Erbe außerdem ein Archiv aus Fotos und Posts herunterladen. Die privaten Nachrichten blieben nach wie vor geheim, sichert Facebook zu, außerdem werde es weiterhin nicht möglich sein, Posts zu bearbeiten oder zu löschen.

          Auch Google hat sich bereits im Jahr 2013 eine Möglichkeit überlegt, wie mit den Accounts Verstorbener zu verfahren ist. Nach einer Zeit der Inaktivität, die vom Nutzer selbst bestimmt werden kann, wird das Konto gelöscht, und damit auch alle YouTube-Videos, Mails, Google Plus-Beiträge und ähnliches. Außerdem kann man die Daten an einen Erben weiterleiten lassen. Vorher wird Google jedoch noch einmal versuchen, den Accountinhaber zu kontaktieren. Diese Funktion ist auch in Deutschland aktiviert. Wie schnell Facebook die Nachlasskontakte weltweit einführt, ist noch nicht bekannt.

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