https://www.faz.net/-gqz-a373h

Unerlaubte Werbemaßnahme : Facebook entschuldigt sich für „technisches Problem“

  • -Aktualisiert am

Die Facebook-App auf einem Gerät mit iOS-Betriebssystem von Apple Bild: dpa

Facebook entschuldigt sich für einen Codierungsfehler. Der soll dafür gesorgt haben, dass Nachrichtenseiten mit unerlaubter „Unterbrecherwerbung“ bespielt wurden. Auch die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Dänemarks ist betroffen.

          1 Min.

          Wie die Website „digiday.com“ berichtet, hat sich Facebook für ein „technisches Problem“ entschuldigt, das zu unerlaubter Werbung führte: Auf Nachrichtenseiten sollen Werbeanzeigen geschaltet worden sein, ohne dass die Betreiber dies erlaubt hätten.

          Nutzer, die in der iOS-App von Facebook auf Artikel großer Anbieter klickten, bekamen „Interstitial“-Anzeigen aufgespielt, also Unterbrecherwerbung. Normalerweise erscheinen solche Anzeigen, wenn etwa in einem Spiel das nächste Level geladen wird und der Bildschirm damit „frei“ ist. Besonders problematisch ist, dass die Seiten, auf denen die Anzeigen auftauchten, nicht zu Facebooks Vermarktungsbündnis „Audience Network“ zählen. Ein Facebook-Sprecher erklärte, dass dem ein „technisches Problem“ zugrunde liege. Es sei durch einen Codierungsfehler entstanden, man habe es behoben, es gehe hier nicht um Pläne für ein neues Anzeigenprodukt. „Wir entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten.“

          Betroffen war laut „digiday.com“ auch die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Dänemarks (DR). Dem Screenshot eines Nutzers zufolge warb man dort dafür, „das Menü der Woche“ in „nur 1 Minute“ zu wählen. Der dänische Rundfunk ist gebührenfinanziert und schaltet grundsätzlich keine Werbung. Christian Loiborg, „Strategic Distribution Editor“ von DR, war überrascht. Man unternehme viel, um sicherzustellen, dass die eigenen Inhalte bei Drittanbietern werbefrei verfügbar seien. Man freue sich, dass Facebook den Fehler erkannt habe, sei aber „sehr unzufrieden“. So habe Facebook nicht sagen können, wie viele User von dem Fehler betroffen waren.

          Für werbefinanzierte Websites von Nachrichtenanbietern ist es derweil wichtig, Herr über die Anzeigen zu sein. Wird deren Sichtbarkeit von vom Facebook-Algorithmus ausgewählten Werbeformaten überlagert, sinken die Einnahmen. Das „Audience Network“ hatte Facebook 2014 gestartet. Es erlaubt, Werbung in einem Netzwerk ausgewählter Drittanbieter-Apps zu schalten. Die Mitglieder des Netzwerks hatte Facebook Ende August vor sinkenden Einnahmen durch Smartphones mit dem iOS-Betriebssystem gewarnt. Grund sei eine Datenschutzänderung bei Apple, die Nutzern erlauben soll, genauer mitzubestimmen, welche Daten sie teilen und welche nicht.

          Weitere Themen

          In jeder Hinsicht abgesichert Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Und morgen die ganze Welt“ : In jeder Hinsicht abgesichert

          Der neue Spielfilm von Julia von Heinz erkundet, ob rechte Gewalt mit Gewalt von Links ausgeglichen werden kann. Dabei macht der Film vieles richtig, doch will auf gar keinen Fall anecken. Die Video-Filmkritik von Bert Rebhandl.

          Nie entschuldigen, immer angreifen

          Arte-Themenabend zu Amerika : Nie entschuldigen, immer angreifen

          Wenn jemand die Erwartungen seines Vaters, ein „Killer“ zu sein, übererfüllt: Arte bietet mit der Dokumentation „Amerika hat die Wahl“ zwei komplexe Persönlichkeitsanalysen der Präsidentschaftskandidaten an.

          Topmeldungen

          Ilhan Omar spricht bei einem Auftritt im Vorwahlkampf in Minneapolis vergangenen August mit der Presse.

          Wahlkampf in Amerika : Trump attackiert muslimische Abgeordnete

          Sie hasse Amerika, sagt der Präsident über die Amerikanerin Ilhan Omar, und greift auch noch die demokratische Gouverneurin von Michigan an. Joe Bidens Unterstützer setzen unterdessen auch auf Staaten, die eigentlich als sichere Bank der Republikaner gelten. Und Melania Trump hat ihren ersten Solo-Auftritt.
          Friedrich Merz in Berlin am Sonntag auf dem Weg zu den Beratungen über den CDU-Parteitag.

          Soll er verhindert werden? : Merz spaltet die Partei

          Es gibt genug Staatsmänner in der Welt, die mit Populismus, Narzissmus, Schaumschlägerei und Verschwörungsdenken glänzen. Will nun auch die CDU einen solchen Mann an ihrer Spitze haben?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.