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Facebook ändert Algorithmus : Nachrichten statt Katzen

Vier Neuigkeiten: Die Mobil-Version von Facebook meldet sich Bild: Stefan Finger

Facebook gewinnt als Nachrichtenkanal an Bedeutung - und reagiert mit einer Anpassung des Suchalgorithmus. Künftig sollen die Nutzer mehr qualitativ hochwertige Nachrichten finden.

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          „Wir haben bemerkt“, schreiben Varun Kacholia und Minwen Ji, „dass die Leute gern Artikel bei Facebook anschauen. Also kümmern wir uns jetzt mehr um hochwertige Inhalte.“ Bald würden sie es besser schaffen, zwischen solchen Beiträgen und den sogenannten Meme-Fotos zu unterscheiden – also den Katzenbildern und sonstigen Niedlichkeitsabbildungen, wie sie auch dank Facebook durchs Internet sausen.

          Es klingt etwas unbeholfen, wie die beiden Entwickler eine der neuesten Änderungen beim weltgrößten sozialen Netzwerk beschreiben. Und wenn sie konkret werden und schildern, wie sich die Anpassung des Suchalgorithmus auswirkt, wird es wirklich komisch. Ganz vorsichtig bringt Facebook seinen Nutzern bei, dass sie künftig mit echten Nachrichten rechnen müssen: Künftig könne es vorkommen, dass qualitativ hochwertige Artikel „ein bisschen prominenter“ in den Neuigkeitslisten auftauchten, mit denen sich die Facebook-Nutzer auf dem Laufenden halten. Außerdem sollen thematisch verwandte Artikel gezeigt werden. Themen, die von den „Freunden“ der Nutzer weiterhin kommentiert werden, sollen länger sichtbar bleiben.

          Eine Frage der Qualität

          Man braucht nicht gleich zu unterstellen, Facebook habe so etwas wie einen Bildungsauftrag angenommen oder werde mit Neuerungen wie diesen langsam erwachsen. Das Unternehmen trägt lediglich den Bedürfnissen seiner Nutzer Rechnung und würde gewiss nicht zögern, auch Katzenbildchen und anderen Quatsch hochzujubeln, wenn das dazu angetan wäre, die Leute häufiger und länger im sozialen Netzwerk zu halten. Allerdings hat sich, wie Kacholia und Ji ausführen, die Zahl der Artikel, die von Facebook aus aufgerufen werden, innerhalb eines Jahres fast verdreifacht. Wobei die Qualitätsfrage noch zu klären ist: Die Aufrufe des „Time“-Magazins sind, wie Facebook Ende Oktober meldete, innerhalb eines Jahres um 208 Prozent gestiegen, die des Klatschportals Buzzfeed um 855 Prozent. Einer der aktuell beliebtesten Beiträge dieses publizistischen Gemischtwarenladens: „The 30 Greatest Moments In The History Of Cute“, eine Sammlung von – Meme-Fotos.

          Flankiert werden die Erkenntnisse von Facebook durch eine Untersuchung des Pew Research Centers: Ein Drittel aller erwachsenen Amerikaner, stellte die Studie „The Role of News on Facebook“ fest, bekommen ihre Nachrichten über das soziale Netzwerk. Allerdings geben 78 Prozent der Befragten an, eigentlich aus anderen Gründen auf Facebook zu sein, nur vier Prozent nennen den Dienst als wichtigste Bezugsquelle für Nachrichten. Als eine wichtige Bezugsquelle bezeichnen immerhin 43 Prozent der Befragten Facebook, auch wenn nur 34 Prozent direkt den Facebook-Auftritten von Online-Zeitungen oder Journalisten folgen, also hier selbst unmittelbaren Zugang zu den Nachrichten haben und nicht nur sehen, was ihnen durch „Gefällt mir“-Markierungen oder die Kommentierung ihre „Freunde“ angezeigt wird.

          In Deutschland hat eine Studie im Auftrag der Bayerischen Landesmedienanstalt die „Relevanz der Medien für die Meinungsbildung“ untersucht. Das Ergebnis stellen die Auftraggeber der Veröffentlichung voran: „Wenn sich junge Leute in Deutschland im Internet über das aktuelle Zeitgeschehen in Politik, Wirtschaft und Kultur informieren, ist Facebook für sie die wichtigste Informationsquelle.“

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