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F.A.Z.-Interview : Früherer „Spiegel“-Chef Mascolo geht nicht zu Springer

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Spinger AG Bild: dpa

Das Online-Magazin, das Georg Mascolo und der Springer-Konzern stemmen wollten, kommt doch nicht. Das verrät Springer-Vorstandschef Döpfner im F.A.Z.-Interview, äußert sich zu Gerüchten um den Kauf von „Forbes“ - und erklärt, was der „linke“ Stefan Aust als Herausgeber der „Welt“ macht.

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          Der frühere „Spiegel“-Chefredakteur Georg Mascolo geht nicht zum Springer Verlag. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des Springer-Konzerns, Mathias Döpfner, im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Wir haben mit Georg Mascolo Gespräche über ein Projekt geführt, sind uns inzwischen aber einig, dass wir das Projekt nicht gemeinsam realisieren werden“, sagte Döpfner. Bei diesem Projekt sollte es sich mutmaßlich um ein digitales, investigatives Magazin handeln.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Bei der Frage, ob sich Springer um das weltweit erscheinende Magazin „Forbes“ bemüht, verwies Döpfner darauf, dass man erfolgreiche Lizenzausgaben in Russland und Polen herausgebe. „Ob sich noch mehr ergibt, kann ich heute nicht sagen.“ Das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, dass sich Springer um den Kauf des amerikanischen Forbes-Konzerns bemühe. Sechs Bieter seien im Rennen, darunter Springer, mit einem Preis von 290 bis 370 Millionen Euro sei zu rechnen, wird aus Forbes-Kreisen kolportiert. Bis Ende Januar könnten in der zweiten Bieter-Runde Angebote eingereicht werden.

          „Parteipolitische Gesäßgeographie ist vorbei“

          Zur Rolle von Stefan Aust, dem langjährigen Vorgänger von Mascolo beim „Spiegel“, der Herausgeber der „Welt“ geworden ist, sagte Döpfner, Aust werde „eine sehr aktive Herausgeberschaft haben“. Er werde „sich nicht ins operative Tagesgeschäft der Chefredaktion einmischen, aber die großen publizistischen Linien bestimmen. Auf die Frage, ob der einst als „links“ geltende Aust zu Springer passe, meinte Döpfner, er sei „überzeugt, Springer war nie so rechts, wie viele geglaubt haben, und Aust war nie so links, wie viele dachten. Die Zeiten der einfachen parteipolitischen Gesäßgeographie sind lange vorbei.“

          Stefan Aust kommt über den Verkauf des Nachrichtensenders N24 zu Springer, bei N24 war Aust Geschäftsführer und Gesellschafter. Zum Kaufpreis schweigt sich der Springer-Vorstandsvorsitzende Döpfner aus. Schätzungen variieren zwischen zwölf und 120 Millionen Euro. „Beides“, so Döpfner; „ist ziemlich weit entfernt von der Wirklichkeit.

          Im Interview mit der F.A.Z. verrät Döpfner auch, warum der Verkauf der „Berliner Morgenpost“, des „Hamburger Abendblatts“ und einiger Zeitschriften wie der „Hörzu“ an die Funke-Gruppe richtig gewesen sei. Wie der Sender N24 mit „Bild“ und „Welt“ zusammenwirken soll. Und warum Springer bei der Vermarktung von Anzeigen im Internet, dem sogenannten „Real-Time-Bidding“ mit Google gemeinsame Sache macht.

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