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Pelham gegen Kraftwerk : Grundsatzurteil für das Musiksampling

  • Aktualisiert am

Darf weiter samplen: Moses Pelham Bild: dpa

Der Europäische Gerichtshof hat sich für die Kulturtechnik des Musiksamplings ausgesprochen. Jahrelang hatte der Produzent Moses Pelham dafür gestritten.

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          Nach jahrelangem Rechtsstreit mit der Gruppe Kraftwerk um die Verwendung einer Rhythmussequenz hat der Musikproduzent Moses Pelham vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) einen Sieg errungen.

          In der Auseinandersetzung ging es um eine zweisekündige Sequenz aus dem Song „Metall auf Metall“ von Kraftwerk (1977), die Pelham 20 Jahre später kopierte und in einer etwas langsameren Variante unter Sabrina Setlurs Lied „Nur mir“ legte – ein sogenanntes Sampling. Zwei Kraftwerk-Musiker sahen sich dadurch in ihren Rechten als Tonträgerhersteller verletzt und klagten zunächst erfolgreich vor dem Bundesgerichtshof. Die BGH-Richter entschieden, dass ein Beat anderer Musiker nur dann kopiert werden dürfe, wenn er nicht gleichwertig nachgespielt werden könne. In der Musikszene wurde diese Entscheidung vielfach kritisch bewertet. Das Bundesverfassungsgericht hob das Urteil 2016 wieder auf und verwies das Verfahren zurück an den BGH.

          Die Verfassungsrichter sahen die Kunstfreiheit verletzt. Der Bundesgerichtshof sollte den Fall neu bewerten und prüfen, ob die Nutzung von kurzen Musiksequenzen wirklich finanzielle Einbußen der Plattenlabel zur Folge habe.

          Kulturtechnik Musiksampling

          In seinem Grundsatzurteil sprach sich der EuGH jetzt für das Musiksampling aus – gerade dann, wenn es um kleine Bruchstücke eines Musikstücks geht. Demnach kann das Sampling ohne Einwilligung des Herstellers grundsätzlich gegen dessen Urheberrechte verstoßen. Ist es allerdings abgeändert und „beim Hören nicht wiedererkennbar“, ist die Kunstfreiheit höher zu bewerten.

          Die Technik des Samplings sorgt immer wieder für Diskussionen bei Musikern und Plattenfirmen. In der Regel einigen sich beide Parteien vor einem Gerichtsverfahren.

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