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Münchner Filmfest : Oliver Snowden?

  • -Aktualisiert am

Sein Film über Edward Snowden entsteht in München und wird von der bayerischen Filmförderung mit 1,6 Millionen Euro unterstützt: der amerikanische Regisseur Oliver Stone. Bild: dpa

Ein Star-Regisseur mit überraschendem Namen, ein guter Grund gegen namhafte Budgeterhöhungen und eine Kampfansage auf Bayerisch: Das Münchner Filmfest wartet mit ersten Überraschungen auf.

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          Zweimal brachte Bayerns Medienministerin Ilse Aigner bei ihrer Eröffnungsrede zum 33. Münchner Filmfest die Gäste zum Lachen. Einmal unfreiwillig, als sie erzählte, sie habe beim geheimen Dreh zu „Oliver Snowdens neuem Film“ zusehen dürfen. Gemeint war Oliver Stones neuer Film über Edward Snowden. Und dann, als sie mit einer gewissen Süffisanz feststellte, Ministerpräsident Horst Seehofer habe in „seiner natürlichen Bescheidenheit“ darauf verzichtet, über die signifikante Erhöhung des Filmfestbudgets zu reden. So sieht bayerisches Understatement aus, zumindest bei dieser Gelegenheit: Man wäre gern international und hätte mehr Geld, doch es geht auch so, etwa mit dem seit jeher stark repräsentierten Fernsehfilm.

          David Oelhoffens algerischer Minimal-Western „Loin des Hommes“ als Eröffnungsfilm passte gut zu dieser Erwartungshaltung. Die Filmfestchefin Diana Iljine ist derweil schon zufrieden, dass das Budget des Festivals von „einem besseren ,Tatort‘-Budget von 1,6 Millionen auf nun 2,8 Millionen“ angestiegen ist. Sie habe zweieinhalb Jahre gebraucht, um das durchzubekommen. Große Sprünge erlaube der Etat nicht, aber wenigstens, „wettbewerbsfähig zu sein“. Als das Filmfest 1982 begann, habe es sechzig Festivals in Europa gegeben. Heute seien es „sechshundert allein in Deutschland“.

          Kampfansage auf Bayerisch

          In diesem Jahr sind für das Münchner Filmfest 180 Filme ausgewählt worden aus 54 Ländern, ein Zehntel davon sind Fernsehproduktionen. Auf die hiesigen Stücke war Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter schon gespannt. Was haben wir da? „Der Fall Barschel“, „Mollath - und plötzlich bist du verrückt“ von Annika Blendl und Leonie Stade und Daniel Harrichs Politthriller „Meister des Todes“ mit Heiner Lauterbach und Veronica Ferres, die zur Eröffnungsfeier kam, nachdem sie tagsüber im Englischen Garten für eine neue Folge von „Lena Fauch“ im ZDF vor der Kamera gestanden hatte. Bis zum 4. Juli werden sich die üblichen Verdächtigen der Branche zwischen „Warholmania“ und Förderpreis, zwischen Jean-Jacques-Annaud-Ehrung und Bavaria-Empfang immer wieder über den Weg laufen.

          Die im Herbst den Sender verlassende BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz attestiert der Festivalchefin Diana Iljine, dass sie das Filmfest als Branchentreff etabliert habe: „Alle wissen, dass alle hier sind und die Planungen und Hotspots fürs nächste Jahr hier besprochen werden.“ Bettina Reitz hat gerade mit anderen ein Projekt auf die Schiene gesetzt, das im nächsten Jahr zum Vorschein kommt. „Generation what“ ist der Arbeitstitel eines Vorhabens, das in der Nachfolge der Web-Doku-Serie „Do not track“ steht, die der BR als Erfolg verbucht.

          „Generation what“ setzt der Bayerische Rundfunk federführend für die ARD gemeinsam mit dem ZDF und weiteren europäischen Partnern um. „Das sind Ansätze für eine neue Erzählform, die wir europaweit generieren“, sagt Bettina Reitz, man wolle wissen, „wie sich die junge Generation der ab Achtzehnjährigen gerade nicht wahrgenommen fühlt.“ Ob die „Generation what“ auf dem nächsten Münchner Filmfest läuft, weiß heute noch niemand. Aber Ilse Aigner gibt Diana Iljine den kostenlosen Rat: „Wir in Bayern müssen mehr über unsere Projekte reden. Wir sind im Vergleich zu Berlin oft noch viel zu zurückhaltend, gerade was unsere Start-ups betrifft.“ So klingt eine kleine Kampfansage mit understatement auf Bayerisch.

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