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FAZ.NET exklusiv : Kein Anfangsverdacht gegen Anne Will

Auge in Auge: Anne Will im Gespräch mit der Konvertitin Nora Illi. Bild: NDR/Wolfgang Borrs

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat vier von sieben Anzeigen, die gegen die Sendung eingingen, in der Anne Will die Islamistin Nora Illi empfing, bearbeitet. Für die Moderatorin sieht es gut aus.

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          Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu vier von sieben Strafanzeigen, die gegen die ARD-Moderatorin Anne Will und gegen Verantwortliche de ARD gestellt wurden, beendet. Es liege in sämtlichen Fällen kein begründeter Anfangsverdacht auf eine Straftat vor, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage von FAZ.NET. Mit Bescheiden zu den übrigen drei Anzeigen sei in den nächsten Tagen zu rechnen.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Eingegangen waren die Strafanzeigen gegen Anne Will nach ihrer Sendung vom 6. November vergangenen Jahres, in der sie die vollverschleierte Schweizer Konvertitin Nora Illi zu Gast hatte, die als „Frauenbeauftragte“ des Islamischen Zentralrats Schweiz firmiert. In Wills Sendung hatte sich Nora Illi relativierend zu den Verbrechen der Terrormiliz IS geäußert und die vermeintliche Unterdrückung von Muslimen in der westlichen Welt kritisiert.

          Ihr Auftritt hatte den heftigen Widerspruch den anderen Diskussionsteilnehmer heraufbeschworen, unter anderem des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach und des Psychologen und Publizisten Ahmad Mansour (F.A.Z. vom 8. November). „Das ist Propaganda, so etwas kann man im öffentlichen Fernsehen nicht machen,“ hatte Mansour gesagt, als Nora Illi es in ihren Ausführungen wortreich vermied, sich kritisch zum Terror des IS und der Tatsache zu äußern, dass sich junge Menschen aus Europa ins Herrschaftsgebiet der Islamisten aufmachen. Die Redaktion von Anne Will hatte hernach mitgeteilt, man habe die Einladung von Nora Illi „sorgfältig abgewogen“. Für das Thema, „in Kombination mit den anderen Gästen“, halte man sie für „richtig“.

          Der Rundfunkrat des für Anne Will in der ARD zuständigen NDR, hatte die Moderatorin wegen des Auftritts der Islamistin Nora Illi kritisiert, zugleich aber festgestellt, dass nicht gegen Programmrichtlinien verstoßen worden sei. Bei der Staatsanwaltschaft Hamburg hatte Anne Will unter anderem eine Rechtsanwältin aus Neuruppin angezeigt, auch wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Im Fall der von der Staatsanwaltschaft noch nicht beendeten Ermittlungen zu den drei noch ausstehenden Anzeigen gegen Anne Will ist wohl auch mit einer Einstellung der Verfahren zu rechnen.

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