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Ermittlungen gegen Fußballer : „Bild“ darf Metzelders Namen nicht nennen

  • Aktualisiert am

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder (Archivbild aus April 2019). Bild: Picture-Alliance

Das Landgericht Köln verbietet der „Bild“-Zeitung, über den früheren Nationalspieler Christoph Metzelder im Zusammenhang mit dem Verdacht der Verbreitung von Kinderpornographie „identifizierend“ zu berichten. Der Springer-Verlag will dagegen juristisch vorgehen.

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          Das Landgericht Köln hat, wie die „Bild“ in eigener Sache berichtet, der Zeitung untersagt, identifizierend über die Ermittlungen gegen den früheren Nationalspieler Christoph Metzelder wegen des Verdachts der Verbreitung kinderpornographischer Schriften zu berichten. Es wurde der Zeitung per einstweiliger Verfügung verboten, über Metzelder in diesem Zusammenhang „in einer diesen durch Nennung seines Namens und Veröffentlichung seines Bildnisses identifizierenden Weise zu berichten“, zitiert „Bild“ aus der Verfügung. Bei Zuwiderhandlung drohen eine Geldstrafe von 250.000 Euro oder sechs Monate Ordnungshaft.

          Die Zeitung hatte den Hinweis einer Zeugin erhalten, die angab, selbst von Metzelder Bilder mit kinderpornographischem Inhalt erhalten zu haben. Daraufhin habe man der Zeugin geraten, sich an die Polizei zu wenden. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg nahm Ermittlungen auf, über welche „Bild“ als erste berichtete. Manche Kritiker monierten, die Zeitung habe sich einer Vorverurteilung schuldig gemacht.

          Der Chefredakteur Julian Reichelt verwies darauf, dass man sich mit dieser Reihenfolge staatsbürgerlich und journalistisch korrekt verhalten habe, was ein Sprecher der Hamburger Polizei bestätigte: Die Zeitung sei mit einem Sachverhalt an die Polizei herangetreten, nach dem sofort strafrechtliche Ermittlungen einzuleiten gewesen seien. „So wie sich die Journalisten in diesem Fall verhalten haben, war es der einzig richtige Weg.“ Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg machte ihre Ermittlungen dann in einer Mitteilung selbst öffentlich.

          Gegen die einstweilige Verfügung werde man juristisch vorgehen, kündigte der Justitiar des Springer-Verlags, Konrad Wartenberg, in der „Bild“-Zeitung an. Man werde „entschieden“ gegen die Verfügung vorgehen, sagte er. „In einer offenen, freien Gesellschaft ist Medienberichterstattung, wie sie im Fall ,Metzelder’zu beobachten ist, immer im Interesse der Allgemeinheit. Es müsse der Presse erlaubt sein, „im Rahmen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung über staatsanwaltliche Ermittlungen zu berichten, auch dann, „wenn es um mögliche Straftaten geht, die sich in der Privat- oder Intimsphäre abgespielt haben“.

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