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Erich Böhme : Der langjährige Spiegel-Chefredakteur ist tot

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Erich Böhme 1930 - 2009 Bild: picture-alliance / dpa

1990 wurde er nach siebzehn Jahren an der Spitze der „Spiegel“-Redaktion Herausgeber der „Berliner Zeitung“. Nun ist Erich Böhme, der auch durch seine TV-Gesprächsrunden bekannt wurde, im Alter von 79 Jahren verstorben.

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          Der frühere Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Erich Böhme, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Das meldete das Magazin am Samstag auf seiner Internet-Seite unter Berufung auf die Familie des Journalisten. Böhme stand fast 17 Jahre an der Spitze der „Spiegel“-Redaktion. Der studierte Volkswirt machte sich auch als Talkmaster der Sendung „Talk im Turm“ und als Herausgeber der „Berliner Zeitung“ einen Namen.

          „Mit Erich Böhme verlieren wir einen herausragenden Journalisten, einen großartigen Kollegen, einen wunderbaren Menschen“, erklärten die „Spiegel“-Chefredakteure Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron. Böhme hatte Krebs - im Sommer 2003 hatte er der „Bild am Sonntag“ vor dem Beginn einer neuen Therapie gesagt: „Der Krebs ist leider zurückgekehrt. Aber ich werde ihn erneut zum Teufel jagen.“ Es gehe ihm aber „nicht gut“.

          Einer der einflussreichsten deutschen Journalisten

          Der gebürtige Frankfurter begann seine journalistische Karriere als Redakteur bei den Vereinigten Wirtschaftsdiensten vwd und der „Deutschen Zeitung“. 1958 kam er zum „Spiegel“ als Korrespondent im Ressort Wirtschaft. 1969 übernahm er dessen Leitung und wurde 1973 als Nachfolger von Günter Gaus Chefredakteur des Hamburger Magazins. „Wir beim Spiegel haben ihm so viel zu verdanken. Wir werden ihn vermissen“, schrieben die heutigen Amtsinhaber Mascolo und Müller von Blumencron.

          Böhme galt als einer der einflussreichsten deutschen Journalisten. Beim „Spiegel“ verantwortet er unter anderem die Berichterstattung über die Barschel-Affäre. Böhme selbst bezeichnete die Enthüllungen des Medienreferenten Reiner Pfeiffer über die Manipulationen des Ministerpräsidenten Uwe Barschel im schleswig-holsteinischen Landtagswahlkampf einmal als Höhepunkt seiner Karriere.

          Nach mehreren Konflikten mit Verleger Rudolf Augstein verließ Böhme das Blatt 1989. Im November 1990 wurde der damals 60-Jährige dann Herausgeber der „Berliner Zeitung“. Diese Position hatte Böhme vier Jahre inne; parallel moderierte er die Gesprächsrunde „Talk im Turm“ auf Sat.1, die nach 393 Sendungen im September 1998 endete. Später kam der nach eigenen Worten „unheilbare Journalist“ mit dem „Talk in Berlin“ auf n-tv erneut auf den Bildschirm.

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