https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/enas-taleb-will-gegen-britische-zeitung-economist-klagen-18237228.html

Klage gegen „Economist“ : Schauspielerin Enas Taleb will nicht als Model für Übergewicht taugen

  • -Aktualisiert am

Enas Taleb auf der Bühne des „Babylon International Festival“, das jährlich im Irak stattfindet. Bild: Picture Alliance

Die irakische Schauspielerin und Talkshow-Moderatorin Enas Taleb will wegen einer „Verleumdungsangelegenheit“ gegen die britische Wochenzeitung „Economist“ klagen. Die Verwendung eines Bildes von ihr gefällt ihr nicht.

          1 Min.

          Die irakische Schauspielerin und Talkmasterin Enas Taleb will die britische Wochenzeitung „The Economist“ verklagen. Grund ist ein Ende Juli veröffentlichter Artikel mit der Überschrift „Warum Frauen in der arabischen Welt dicker sind als Männer“, der mit einem Bild von Taleb beim jährlichen „Babylon International Festival“ versehen wurde.

          Das Bild sei ohne ihr Einverständnis verwendet worden und verletze ihre Privatsphäre. Hauptargumentation des Artikels sei, dass Frauen in der arabischen Welt durch Armut und gesellschaftliche Beschränkungen zu Hause gehalten werden und es ih­nen dadurch erschwert wird, sich ausreichend zu bewegen – außerdem würden einige Männer „kurvige“ Frauen als attraktiver empfinden. In sozialen Medien wurde der Artikel ausführlich debattiert, die Qualifizierung „rassistisch“ und „sexistisch“ ließ nicht lange auf sich warten.

          Enas Taleb bezeich­nete den Artikel als „eine Beleidigung für die arabische Frau im Allgemeinen und irakische Frauen im Besonderen.“ Sie frage sich, warum der „Economist“ sich „für dicke Frauen in der ara­bischen Welt und nicht in Europa oder Nordamerika“ interessiere. Am Mittwoch postete Taleb für ihre neun Millionen Follower auf Instagram ein Vi­deo ihrer Anwältin Samantha Kane, die in ihrem Namen eine Entschuldigung wegen der „Verleumdungsangelegenheit“ fordert. Von finanziellem Schadenersatz sprach die Anwältin nicht, die Schauspielerin selbst in In­terviews allerdings schon: Sie verlange Entschädigung für den emotionalen und sozialen Schaden, der ihr entstanden sei.

          Weitere Themen

          Die Kraft des Erinnerns

          Friedensnobelpreis verliehen : Die Kraft des Erinnerns

          Verdiente Ehrung für Aufklärungsarbeit unter immer schwereren Bedingungen: Der Friedensnobelpreis ehrt die von den russischen Behörden aufgelöste Gesellschaft Memorial, den inhaftierten belarussischen Menschenrechtler Ales Bjaljazki und das ukrainische Zentrum für bürgerliche Freiheiten.

          Das Grauen der inneren Dämonen

          Macbeth in Hamburg : Das Grauen der inneren Dämonen

          Wahnsinn, grässlicher, der von innen kommt: Karin Henkel inszeniert Shakespeares „Macbeth“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg mit strategischer Ignoranz.

          Topmeldungen

          Die britische Premierministerin Liz Truss in Prag

          Energiekrise in Großbritannien : Wäsche nur noch nachts waschen

          Den Briten drohen wohl doch Stromausfälle. Premierministerin Truss will das aber nicht aussprechen, eine Energiesparkampagne ließ sie stoppen. Kritiker sehen darin eine „idiotische Entscheidung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.