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Vor dem Endspiel der EM : Béla Réthy wird ausgewechselt

Heute Abend bleibt von den beiden im ZDF nur einer am Ball: Oliver Schmidt (links) und Béla Réthy. Bild: ZDF und Jana Kay

Eigentlich hatten wir für das EM-Finale, was die Übertragung des ZDF angeht, mit dem Üblichen gerechnet. Doch erstaunlicherweise kommt es anders.

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          Über Béla Réthy, der seit Jahr und Tag für das ZDF als Sportkommentator unterwegs ist, zu schreiben, bedeutet, Eulen nach Athen zu tragen. Denn außer bei seinem Sender scheint den meisten doch klar zu sein, dass er nicht unbedingt die beste Besetzung ist.

          Das hat bei der heute zu Ende gehenden Fußball-EM weniger mit seinen Einschätzungen, sondern mit Expertise zu tun, die sich zum Beispiel auch daran misst, ob man einen Spieler von einem anderen unterscheiden kann.

          Das vermochte Réthy beim Viertelfinalspiel Belgien gegen Italien im Falle der Azzurri zum Beispiel nicht ansatzweise, wie ein Kollege im „Focus“ es besonders schön nachgezeichnet hat. Das Verwechseln ging so lange, bis Réthys Ko-Kommentator Sandro Wagner es nicht mehr aushielt und ihm den richtigen Namen steckte (Immobile, nicht Insigne).

          Unserer Erinnerung nach war das nicht die einzige Gelegenheit für Nachbesserungen. Wie man sich, vor dem Bildschirm sitzend, bei den öffentlich-rechtlichen Übertragungen der Spiele der deutschen Nationalmannschaft generell fragte: Was sehen die da? Wo läuft dieses angeblich so ansehnliche Spiel? Etwa das Achtelfinale gegen England, bei dem im Ersten bis zum Schluss der Eindruck vermittelt wurde, die Truppe von Joachim Löw sei drauf und dran, zu gewinnen. Doch würde das Konsequenzen haben?

          Matt, matter, ARD und ZDF

          Das erwartete man von der EM-Berichterstattung von ARD und ZDF eher nicht. Sie ähnelte dem matten Auftritt der früh ausgeschiedenen Nationalmannschaft. Es gab wenige Lichtblicke (Christoph Kramer oder Kevin-Prince Boateng als Experten im Studio, auch wenn Almuth Schult Letzteren zum Piepen fand) und jede Menge Ausfälle.

          Was Réthy für das Zweite, war das seichte Geplauder von Jessy Wellmer und Bastian Schweinsteiger im Ersten, inklusive eines grandios vergeigten letzten Interviews mit Jogi Löw. Dann noch ein wenig Schleichwerbung des einstigen WM-Helden von 2014, über welche die ARD gnädig hinwegsieht.

          Doch das, dachte man, geht immer so weiter und weiter und weiter. Die Leute schauen sich die Spiele ja (zwangsweise) trotzdem an. Doch nun werden wir tatsächlich eines Besseren belehrt. Das Endspiel der EM kommentiert heute für das ZDF nämlich nicht Béla Réthy, auch nicht Claudia Neumann, sondern – Oliver Schmidt. Es geschehen noch Zeichen.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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