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Elon Musk und Twitter : Wer Trump hofiert, ist dumm

Elon Musk denkt nach. Bild: AFP

Elon Musk findet es „moralisch falsch und einfach nur dumm“, dass Donald Trump auf Twitter gesperrt wurde. Wirklich dumm aber wäre, Trump zurückzuholen. Denn der ist eine Gefahr für die Demokratie.

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          Für minderbegabt würden wir Elon Musk wirklich nicht halten. Der Tech-Milliardär verfolgt hochfliegende Pläne und setzt sie ins Werk, mit Tesla, SpaceX, Starlink und – Twitter.

          Dass Musk es für „moralisch falsch und einfach nur dumm“ hält, dass Donald Trump von der Kurznachrichtenplattform, die er gerade für 44 Milliarden Dollar gekauft hat, verbannt wurde und er dies rückgängig machen will, ist allerdings nicht klug. Es ist auch kein überzeugendes Argument, darauf zu verweisen, dass viele Amerikaner mit Trumps Sperre nicht einverstanden gewesen seien und dieser sich nicht mehr Gehör verschaffen konnte.

          Denn wozu hat der ehemalige amerikanische Präsident seine Präsenz auf Twitter genutzt? Für Lügen, Hetze und den wenig verklausulierten Aufruf, das Kapitol zu stürmen. Was dann auch geschah. Seine Meinungsfreiheit nutzt Trump, um die Meinungsfreiheit abzuschaffen. Bis heute erkennt er das Ergebnis einer demokratischen Wahl nicht an. An allen Ecken und Enden hat er versucht, das Institutionen-Gefüge der Vereinigten Staaten aus den Angeln zu heben. Kein Betrug, keine Erpressung, keine Lüge liegt ihm fern.

          Donald Trump höhlt die Demokratie aus. Er ist ein Autokrat und wäre Wladimir Putins bester Kumpel. Elon Musk sollte es sich zweimal überlegen, ob er diesem Trump mit Twitter bei der nächsten Präsidentschaftswahl den Steigbügel halten will. Achtzig Millionen Follower hatte Trump auf Twitter. Er wolle dorthin gar nicht zurück, sagt er. Doch da sein eigenes Netzwerk Truth Social lahmt, darf man damit rechnen, dass Trump die Einladung doch irgendwann annimmt. Er will zurück an die Macht.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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