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Einstweilige Verfügung gegen RTL-Sendung : Zalando bringt „Extra“ zum Schweigen

  • -Aktualisiert am

RTL hatte einer Dokumentation schwere Vorwürfe gegen Zalando erhoben. Bild: dpa

Das Landgericht Köln hat entschieden: Die schweren Vorwürfe, die in der RTL-Sendung „Extra“ gegen die Arbeitsbedingungen beim Online-Modehändler Zalando erhoben wurden, dürfen nicht weiter verbreitet werden.

          Die RTL-Sendung „Extra“ hatte in einem Undercover-Report über schlechte Arbeitsbedingungen bei Zalando berichtet. Die Journalistin Caro Lobig war im Auftrag von RTL drei Monate lang als Lagerarbeiterin im Logistikzentrum Erfurt des Online-Modehauses tätig. Wie auch andere Mitarbeiter litt sie unter Dauerstress, Mitarbeiterüberwachung und Überlastung.

          Zalando reichte eine einstweilige Verfügung gegen die am 14. April ausgestrahlte Sendung ein und bekam vom Landgericht Köln Recht zugesprochen. Insgesamt fünf Anschuldigungen darf RTL nicht wiederholen, darunter unter anderem die Information, es habe 2013 einen Todesfall im Logistikzentrum gegeben, deren Richtigkeit Zalando dementiert.

          RTL hatte außerdem mit Hilfe von Schrittzählern ermittelt, dass Mitarbeiter bis zu 27 Kilometer pro Tag zurücklegen. Zalando bezeichnete die Messungen als „nicht zulässig“, da sie die Annahme, jeder Schritt sei ein Meter lang, nicht der Wirklichkeit entspreche. Das Kölner Gericht gab dem Online-Händler auch in diesem Punkt Recht. Zu diesen und anderen Vorwürfen hatte es bereits vor dem Urteil eine Stellungnahme des Online-Händlers gegeben. Zalando schreibt auf seiner Webseite, man habe von Beginn an „auf die tendenziösen und teilweise faktisch falschen Inhalte in der Berichterstattung hingewiesen“. Weil RTL sich weigerte, die Aussagen der Sendung richtig zu stellen, zog Zalando vor Gericht.

          RTL darf die zentralen Vorwürfe der Journalistin Caro Lobig nun nicht erneut verbreiten. In der RTL-Mediathek ist die Sendung nicht mehr verfügbar, RTL hat aber bereits angekündigt, das Urteil nicht zu akzeptieren, sondern Widerspruch einzulegen.

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